NEULAND-Blog

Hallo! Schön, dass wir unsere Leser an dieser Stelle begrüßen dürfen. Hier finden sich aktuelle Infos aus unserem Unternehmen sowie Interessantes und Wissenswertes rund um die Themen „Leben in Wolfsburg“ und „Wohnen bei der NEULAND“. Jede/-r Interessierte ist herzlich eingeladen, unsere Blog-Beiträge zu lesen, zu kommentieren und mit uns zu diskutieren – wir freuen uns auf konstruktive Kritik sowie verschiedenste Sichtweisen und Meinungen!

Archiv für den Monat: Januar 2014

| 20.01.2014 | 10:20 Uhr

Allgemein, Neubau : Neue Wohnungen für Wolfsburg, nachhaltige Konstruktionen und innovative Energiekonzepte

Neuland

So, es geht los! – Teil 2 – oder „Wie die Wärme aus der Erde in die Wohnung kommt! “

2014 ist noch ganz frisch und genauso sind unsere Ideen zur Energieversorgung der Neubauten.

Nach dem ersten Teil des Blogs zur Hochbauplanung jetzt also der Fokus auf die Versorgungstechnik.

Den KfW-Effizienshaus-40-Standard hatten wir den Planern als Mindestmaß vorgegeben. Das heißt, der (Primär-) Energiebedarf darf maximal 40% des aktuell zulässigen Höchstwertes betragen (orientiert an der Energie-Einspar-Verordnung EnEV 2009). De facto entspricht das einem Heizwärmebedarf, der nahe am Passivhaus-Standard liegt. Wenn irgend möglich sollten die Gebäude sogar völlig unabhängig von nicht regenerativen Energien betrieben werden können.

Keine fossilen Brennstoffe hieß die Losung. Und das ist gelungen!

Nach erfolgreichen so genannten „Thermal Response Tests“ auf den zukünftigen Baugrundstücken (Testbohrungen auf bis zu 150 – 200 m Tiefe mit anschließenden Analysen) steht fest, dass alle drei Projekte grundsätzlich über Geothermie (Erdwärme) beheizt werden. Dabei wird die in ca. 150 Metern Tiefe vorhandene Temperatur genutzt, um in einem Tauscher Wärme zu erzeugen. Diese Wärme dient sowohl der Beheizung als auch der Erzeugung von warmem Wasser. Aber wie funktioniert das? In 150 Metern Tiefe gibt es ja noch kein Magma 😉 und auch Temperaturen aus 1000 m tiefen Bergwerken bewegen sich ja „nur“ so um die 30° C. Es ist also nicht möglich ein Wärmeträgermedium direkt zu erwärmen um damit Gebäude zu beheizen. Um das zu erreichen werden Wärmepumpen genutzt. Eine Wärmepumpe funktioniert im Prinzip wie ein umgekehrter Kühlschrank. In einem geschlossenen Kreislauf wird ein Kältemittel über einen Wärmetauscher mit der Umgebungswärme in Verbindung gebracht. Das Kältemittel hat die Eigenschaft, bereits bei sehr geringen Temperaturen seinen Aggregatzustand von flüssig zu gasförmig unter Aufnahme von Energie zu wechseln. Das gasförmige Kältemittel wird in einem Kompressor verdichtet und erhitzt sich dabei stark. Über einen zweiten Wärmetauscher wird diese Wärme an den Heizungskreislauf abgegeben.

Beim Kühlschrank kommt das gleiche Prinzip zur Anwendung, nur dass an die Stelle der Wärmequelle das Kühlfach und an die Stelle des Heizkörpers der Wärmetauscher tritt, welcher sich beim Kühlschrank auf der Rückseite findet.

Dabei werden natürlich keine Vorlauftemperaturen „klassischer“ wandhängender Heizungen – so um die 60° C – erreicht. Das muss aber auch nicht sein. Alle Wohnungen werden nämlich mit komfortablen Fußbodenheizungen ausgestattet, die mit niedrigeren Temperaturen (30 – 35° C) betrieben werden und so für behagliche Wärme sorgen.

Ergänzt werden die Systeme durch Photovoltaik zur Stromversorgung der Pumpen und um Spitzenlasten abdecken zu können. Alle Wohnungen werden überdies mit kontrollierter Wohnraumlüftung ausgestattet. Im Goethepark führt das aufgrund der großen verfügbaren Dachflächen, die mit Solarzellen ausgestattet werden, sogar dazu, dass die Gebäude mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen: Wir realisieren also einen PLUS-Energie-Standard! Bei den beiden anderen Projekten sind wir nahe dran. Vielleicht geht ja noch was…

Den Mietern der Wohnungen in unseren Neubauten kann die Preisentwicklung auf dem Energiemarkt also zukünftig ziemlich schnuppe sein! Und die CO2-Bilanz ist durch den Einsatz regenerativer Baustoffe ebenfalls top. Die Energiewende leben wir vor und unterstützen Wolfsburg so auf dem Weg zur C02-freien Stadt.

Ich freue mich darauf und halten Sie auf dem Laufenden!


| 08.01.2014 | 13:58 Uhr

Allgemein, Hausmeister : Heldentaten müssen warten

Andreas Lutz

Ich neige gelegentlich dazu zu vergessen, dass ich einen Fahrradanhänger dabei habe. Was zur Folge hat, dass durch meine bisweilen unorthodoxe Fahrweise das eine oder andere Arbeitsgerät, das ich im Anhänger transportiere, wortwörtlich auf der Strecke bleibt.

Wer schon einmal gesehen hat wie Donald Duck mit Auto und Wohnwagen durch den Grand Canyon fährt, der weiß was ich meine.

Ich hatte schon als Kind ein gestörtes Verhältnis zu Bordsteinkanten und Bodenwellen. Und der Anruf der aufgeregt klingenden Mieterin die mir sagte, dass Wasser aus der Wand im Heizungskeller kommt, bedeutete ganz klar: Hier ist Eile geboten!

Nur mal angenommen ich würde – nur um Zeit zu sparen – auf dem Weg zum “Keller, in dem das Wasser läuft” schon mal die LSW anrufen… (Was natürlich nur hypothetisch ist, da ich ja beim Fahrrad fahren gar nicht telefonieren darf)… Aber nur mal angenommen.

Dann könnte ich vielleicht Schlimmeres verhindern.

Ich sehe die Schlagzeile in der Tageszeitung schon vor mir.

“HAUSMEISTER VERHINDERTE DURCH BEHERZTES HANDELN KATASTROPHE IN DER INNENSTADT”

Nee. Das ist zu lang. Das muss kurz und knackig sein.

“HAUSMEISTER RETTET MIETER VOR DEM ERTRINKEN”

Das klingt doch gut.

Andererseits…

Wenn ich jetzt die Welle mache und dann ist nichts!?

Wenn durch mich die LSW mit schwerem Geschütz auffährt und wir suchen dann mit sechs Leuten stundenlang nach einer feuchten Stelle in der Wand?

“ FATALE FEHLEINSCHÄTZUNG DES HAUSMEISTER LUTZ KOSTET NEULAND UNSUMMEN”

“FENSTERSANIERUNG VORERST AUF EIS GELEGT”

oder

“HAUSMEISTER LUTZ NARRT LSW, FEUERWEHR UND THW!”

Ich wäre mit einem Schlag bei Mietern und Kollegen so beliebt wie Uli Hoeness auf der Geburtstagsfeier von Christoph Daum.

Nein. Ich schau mir das dann doch lieber erstmal an.

Als ich mein Ziel erreiche, inspiziere ich als erstes meinen Fahrradanhänger. Sieht so aus als hätte ich unterwegs nichts verloren. Ein Trugschluss. Wie mir aber erst später auffallen wird, wenn ich den Müllsammler brauche. Ich schließe mein Fahrrad ab. Ob es wirklich nötig ist jedes Mal das Rad abzuschließen? Wer zur Hölle stiehlt so ein Rad? Auch der größte Lump besitzt doch so etwas wie Selbstachtung.

Ich betrete den Hausflur. Zu meiner Überraschung steht die Hauseingangstür offen.

Das sieht man nicht oft. Im Gegenteil. Ich habe es schon des Öfteren erlebt, dass Hauseingangstüren am Abend sogar noch zusätzlich verschlossen wurden. Ich kann versprechen, sollte es in dem Haus mal brennen und das Treppenhaus voller Qualm sein, gibt es vor der verschlossenen Haustür ein großes “Hallo”. Mit etwas Glück findet man die Eingeschlossenen aber nach Öffnung der Haustür noch im mittlerweile wahrscheinlich undruchdringlichen Qualm. – Es sei denn man stolpert vorher schon über Schuhschränkchen, Blumenarrangements oder ähnliche Dinge, die so zur Dekoration im Treppenhaus stehen. Obwohl, Behaglichkeit fängt nicht erst hinter der Wohnungstür an, sage ich immer. Ein schön dekoriertes Treppenhaus (die Feuerwehr nennt das übrigens Fluchtweg) ist die Visitenkarte der Menschen die darin wohnen.

Ich halte es für die beste Idee bei der Dame zu klingeln, die den Schaden gemeldet hat. Sie soll mir zeigen wo das Wasser aus der Wand kommt. Ich werde dann die entsprechenden Maßnahmen treffen. Beziehungsweise die entsprechenden Mitarbeiter oder Firmen beauftragen die entsprechenden Maßnahmen zu treffen.

Ich klingle also.

Es öffnet mir eine Dame, die mich ganz stark an Miss Marpel erinnerte. Also wenn ich sie beschreiben würde, dann so.

“Das ist aber schön, dass Sie so schnell gekommen sind” sagt sie als sie mich sieht. “Wollen wir gleich mal runtergehen? Ich muss mir nur mal eben die Schlüssel einstecken, sonst komm ich nachher nich mehr rein.”

“Können Sie mir die Kellertür öffnen?”, frage ich sie. “Haben Sie denn keine Schlüssel für das Haus?” entgegnet sie mir. “Als mein Richard noch lebte, da hat er auch als Hausmeister gearbeitet. In der Hellwinkel-Schule. Der hatte für alles Schlüssel. Der hatte so einen großen Ring und da waren alle Schlüssel dran. Haben Sie so was nicht?”

Ich stelle mir gerade vor wie groß der Ring sein müsste an den ich alle Schlüssel hänge die ich eventuell mal gebrauchen könnte. Ich betreue 888 Wohnungen verteilt auf 75 Hauseingänge. Ich komme zu dem Schluss, dass es sich in jedem Fall um einen sehr großen Ring handeln würde.

“Ich war vorhin im Keller und da habe ich das gesehen. Und da habe ich Sie gleich angerufen.” “Das haben Sie gut gemacht“, sage ich. “Ich bin ja die Einzige im Haus, die sich noch ein bisschen kümmert. Sonst macht ja keiner was. Ich könnte Ihnen Sachen erzählen… “

Sie öffnet die Tür zur Kellertreppe und ich blicke nach unten.

Der Kellerboden ist trocken!

Keine eindringenden Wassermassen, die den Keller bereits bis zur ersten Kellertreppenstufe geflutet haben…

Ade, du Tapferkeitsmedaille.

Leb wohl, Ehrenbürgerschaft.

Dabei könnte ich gerade jetzt ein bisschen Rückenwind gebrauchen. Läuft grad nicht so gut bei mir. Also beruflich.

Dabei war das damals ja gar nicht meine Schuld (ist es eh nie). Wer konnte denn ahnen, dass es sich bei den Schrankteilen im Fahrradkeller um einen Retro-Design Schrank von “Joop” und eine Kommode von “WHO’S PERFECT” handeln würde? Also erstens gehört so was nicht eine ganze Woche lang in den Fahrradkeller und zweitens… Jedenfalls hätte ich schwören können, dass das Sperrmüll ist. Genau wie der armen Putzfrau, die die Badewanne von Joseph Beuys saubergemacht hat, hat sich auch mir der Wert des Objektes nicht offenbart.

Nun gut, ich hätte ja erstmal im Haus fragen können wem’s gehört und ob das noch gebraucht wird, aber ich war mir sicher die Antwort schon zu kennen. Es gibt in diesem Fall nämlich nur drei Arten von Antworten.

1. “Also mir nicht.”
2. “Das steht da schon seit ich eingezogen bin.”
3. “Das gehört dem, der ausgezogen ist.”

War jedenfalls keine schöne Sache damals.

Da war es auch kein Trost, dass die wertvollen Möbelstücke ja gar nicht wirklich verloren waren. Sie stehen heute vermutlich in irgendeiner Wohnung in Vilnius. Jedenfalls hatte der Wagen, in den die Möbel eingeladen wurden nachdem ich sie auf einen Speermüllhaufen am Straßenrand gelegt hatte, ein Kennzeichen aus Litauen.

Mein zweiter Blick fällt auf den schmutzigen Boden und die alten Zeitungen, die in einer Ecke liegen. Ich fasse spontan den Entschluss nachher mal einen dritten Blick zu werfen. Und zwar auf den Hausreinigungskalender.

Hier gibt es Gesprächsbedarf!

Anders als im Treppenhaus hat man hier auf Behaglichkeit ganz offensichtlich keinen Wert gelegt.

Das schreit förmlich nach einem persönlichen

“Wie mache ich ordentlich die Hauswoche-Auffrischungsseminar”!

“Wo kommt denn nun das Wasser aus der Wand?”, frage ich, nachdem ich nichts entdecken konnte. “Da hinten”, sagte sie und zeigte auf ein Rohr direkt unter der Decke.

Würde jetzt eine Filmkamera laufen, würde ich für einige Sekunden direkt in die Linse schauen. Genau so wie es Oliver Hardy immer getan hat wenn er fassungslos war.

Dort oben war eine kleine nasse Stelle, die sich allmählich zu einem Tropfen formte. Bis dieser dann, weil er zu schwer wurde, zu Boden fiel. “Platsch”. Bis zum Fallen des nächsten Tropfens verging eine geraume Zeit. Das war so, als würde man Farbe beim Trocknen zusehen. Oder einem Schwaben beim Arbeiten.

“Hatten Sie nicht gesagt, das Wasser käme aus der Wand?”, frage ich erstaunt. “Ja hab ich. Wären Sie sofort gekommen, wenn ich gesagt hätte dass es nur tropft?”

“Ja natürlich“, antworte ich.

“Vielleicht“, korrigiere ich mich.

“Mein Richard, der Hausmeister in der Hellwinkel Schule war, hat immer gesagt, wenn du willst, dass einer kommt, dann musst du einfach ein bisschen….”

“Na die Hauptsache ist doch Sie sind jetzt hier und machen das heile bevor noch was passiert.”

“Ich werde meine Kollegen informieren, dass sie das in Ordnung bringen”, verspreche ich ihr.

“Wie? Machen Sie das nicht selbst?”

“Nein. Wir haben dafür Mitarbeiter die entsprechend ausgebildet sind”, kläre ich sie auf. “Und was machen Sie dann? Ich meine, dann hätte ich Sie doch gar nicht erst anrufen brauchen, wenn Sie nur  kommen und dann doch nichts machen.”

“Aber ich mach ja was” widerspreche ich ihr.

“Was denn?” “Ich schaue mir den Schaden an und kann dann meinen Kollegen genau beschreiben was das Problem beziehungsweise was genau kaputt ist.”

“Mein Richard hat das alles immer selbst gemacht”, sagte sie voller Stolz – aber auch ein bisschen vorwurfsvoll.

“Ich darf zum Beispiel nicht an elektrischen Leitungen arbeiten, weil ich kein ausgebildeter Elektriker bin. Ich darf auch keine Wasserrohre reparieren, weil ich dafür keine entsprechende Ausbildung habe. Das erlaubt auch die Berufsgenossenschaft nicht.”

“Was haben Sie denn für eine Ausbildung?“ möchte sie von mir wissen.

“Ich bin Zierpflanzengärtner” antworte ich.

Ich habe für einen Moment das Gefühl als habe sie nun das Bedürfnis in die Linse einer Filmkamera zu gucken.