NEULAND-Blog

Hallo! Schön, dass wir unsere Leser an dieser Stelle begrüßen dürfen. Hier finden sich aktuelle Infos aus unserem Unternehmen sowie Interessantes und Wissenswertes rund um die Themen „Leben in Wolfsburg“ und „Wohnen bei der NEULAND“. Jede/-r Interessierte ist herzlich eingeladen, unsere Blog-Beiträge zu lesen, zu kommentieren und mit uns zu diskutieren – wir freuen uns auf konstruktive Kritik sowie verschiedenste Sichtweisen und Meinungen!

Archiv für den Autor: Neuland

| 26.05.2015 | 07:53 Uhr

Allgemein : Mit Kollegen bei den Kunden oder „Meine Tage an der Front“ – Teil 2: An die Schüppe

Neuland

Ich hatte es ja angedroht: Mein erster Erfahrungsbericht mit den Kollegen vor Ort.

Los geht’s! Erstes Gewerk: Maler. Ist jetzt nicht sooo mein favorisiertes Handwerk. Das gebe ich gerne zu und das wissen auch die Kollegen. Vielleicht wurde ich ja deshalb direkt ins kalte Wasser geworfen. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen? Mal sehen.

Mit einem netten „Oh, müssen Sie heute mal arbeiten?“ statt des üblichen „Guten Morgen!W werde ich – fast ganz in weiß gewandet – überschwänglich auf dem Hof der NEULAND begrüßt. Mein „Chef des Tages“ wartet schon auf mich, wir sind bei einem Ehepaar in der Nordstadt angekündigt. Nach Festertausch sollen wir die am Vortag geklebten Tapeten streichen. Ein paar Dinge über das Malen an sich weiß ich ja: Abkleben dauert fürchterlich lang und die Farbe kleckert trotzdem daneben, gute Farbe ist wichtig und am Ende des Tages sind meine Haare noch weißer als durch die mittlerweile viel zu vielen Grauen ohnehin schon. Kenne ich alles, zuhause muss man ja auch ständig irgendetwas anstreichen. Jetzt also ab zu den Mietern.

„Moin, NEULAND!“

„Morgen! Toll, sogar zu zweit“

„Ich bin der Praktikant.“

Ganz schön alt für einen Praktikanten.“

Na danke, das geht ja gut los.

„Kann der denn was?“

Jetzt bin ich gespannt, was mein „Chef“ sagt.

„Klar, sonst wär‘ er nicht dabei!“

Und schon liegt die Latte ziemlich weit oben. Kleckern verboten, überall Teppichboden. Also erstmal Abdecken. Abgeklebt dahingegen wird wohl nur zuhause. Der Profi braucht das scheinbar nicht. Probiere mich im Schlafzimmer, da bin ich allein. Unsere Kunden sitzen gemeinsam im Wohnzimmer, freuen sich auf frische weiße Wände und Teppiche ohe Flecken. Klappt ganz gut und ich steige die Karriereleiter hoch. Ich darf auch ins Wohnzimmer, der Kollege streicht hier schon. Der Herr des Hauses checkt derweil das Schlafzimmer.

„Der macht das ja doch ganz ordentlich.“

Doch? Was hat mein Kollege während meiner Schlafzimmersession erzählt?

„Aber sagen Sie mal, kenne ich Sie nicht irgendwoher?“

„Kann schon sein.“

„Haben Sie nicht unsere Mieterversammlung geleietet?“

„Genau!“

„Sie haben sich aber doch als Prokurist vorgestellt…hat man Sie strafversetzt?“

Nicht so ganz kann ich dann aufklären und das von Radio Paloma stimmungsvoll begleitete Gespräch nimmt langsam Fahrt auf.

„Sie kommen aber auch nicht von hier.“ Sie diesmal.

„Stimmt, aber woran merken Sie das denn?“

„Na an Ihrem Dialekt.“

Bitte woran??? Ich kipp‘ fast um. Jetzt gehe ich schon mehrere Jahrzehnte hochdeutsch durch die Welt und habe plötzlich einen Dialekt. Wo kommt der denn her? Ist da was in der Farbe? Ich fange mich.

„Meinen Dialekt? Was denn für ein Dialekt? Da bin ich ja mal gespannt, was Sie meinen wo ich wohl herkomme.“

„Ruhrpott!“

Treffer“ Glück gehabt. Die Farbdämpfe haben meine Stimmbänder offenbar doch nicht irgendwie auf bayrisch oder schwäbisch umgepolt. Ist mir denn das ein oder andere hömma, samma, hassema oder „Mitte Rolle oder mim‘ Pinsel?“ rausgerutscht?

„Stimmt!“ Sach ich für die Mieterin.

„Hab‘ Verwandte in Duisburg. Da höre ich das sofort.“

„Gezz is allet klaa. Da hammse ja ‚n Ohr für so wat. Ich komm‘ abba aus Gelsenkiierchen.“

Eigentlich Gelsenkirchen, hier in Wolfsburg aber gerne auch mal Gelsenkürchen. Hier isst man ja schließlich auch gerne Kürschen, geht schwümmen oder sitzt am Tüsch. Aber das ist ein anderes Thema…

Wir kommen langsam zum Ende und sind doch viel schneller als erwartet. Keine Kleckerei und meine Haare sind auch nicht grauer geworden. Also auf den ersten Blick jedenfalls.

Ich war wohl nicht sooo schlecht und dürfte sogar wiederkommen.

„Beste Grüße an die Verwandschaft im Ruhrgebiet.“

Kurze Pause, dann Haustüren im Hellwinkel lackieren. Eigentlich. Die sehen aus wie der Eiffelturm mit 120 Jahren Rostschutzfarbe. Gefühlte 23 Schichten Lack. Also Schleifpapier raus und los. Und schon kommt die nächste Kundin um die Ecke.

„Wer putzt mir denn meinen Rollator ab, wenn Sie hier so einen Dreck machen?“

„Das mache ich natürlich gern. Ich kann ihn aber auch kurz rausstellen.“

„Dann wird er geklaut!“

„Ich bin doch hier und pass‘ auf.“

„Ich kenn‘ Sie doch gar nicht.“

Mmh, da hat sie recht. So was hätte wohl geholfen (vermutlich…):

 

Hätte geholfen... vermutlich;-)

„Ist schon gut. Bin ja froh, dass die Türen gestrichen werden.“

„Okay. Soll ich Ihnen Ihre Einkäufe eben hochtragen.“

„Ich kenn‘ Sie doch gar nicht.“

Was soll ich da sagen?

„Werden die Türen denn mal anders gestrichen?“

„Nein, die stehen unter Denkmalschutz. Wir lackieren sie genau so wie sie waren.“

„Und wieso fragt man nicht die Mieter?“

„Das machen wir in der Regel, aber diese Türen stehen eben unter Denkmalschutz.“

„Die sehen schrecklich aus.“ Das stimmt.

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„Deshalb lackieren wir sie ja neu.“

„Ich meine die Farben. Die Farben sehen schrecklich aus.“

„Wie hätten Sie sie denn gerne?“

„Das sag‘ ich Ihnen doch nicht.“

„Und wieso nicht?“

„Ich kenn‘ Sie doch gar nicht.“

Ich erinner mich. Zwischenzeitlich kommt mein Kollege vom Nachbareingang und versorgt mich micht Lack.

„Ist das die Farbe für die Türen?“

„Genau.“

„Die sieht aber schön aus.“

Mmmpf… Mir fällt nicht mehr viel ein und der Kollege ruft zur Mittagspause.

Bis die Tage!

 


| 02.03.2015 | 10:11 Uhr

Allgemein : Mit Kollegen bei den Kunden oder „Meine Tage an der Front“ – Teil 1: Die Vorbereitung

Neuland

Jetzt bin ich gute drei Jahre Neuländer und habe mich – aufgabengemäß – hauptsächlich um Planungen, Projektentwicklungen, Strategien, Prozesse, Aufbauorganisationen, Verbesserungen (neudeutsch: Change) und alles Mögliche gekümmert was man als Bereichsleiter eben so machen muss.

Der direkte Kontakt zum Kunden bleibt dabei leider meistens auf der Strecke. Genau wie der echte Arbeitsalltag der Kolleginnen und Kollegen im Bauhof, deren Chef ich ja bin. Nicht gut! Eigentlich sollte ich doch wissen, was vor Ort so läuft. Das wollte ich ändern.

Also der Entschluss: Hospitation in allen Gewerken. Ich also als Praktikant, als Gastarbeiter. Bei Allen angekündigt … und erst mal meiner Assistentin Kopfschmerzen bereitet.

„Wie einen ganzen Tag nicht da? Wie soll das gehen? Der Kalender ist voll! Da muss ich ja alles verschieben!? In allen Gewerken? Immer ein Tag? Ich geh‘ gleich nach Hause!“

Auch die Kollegen im Bauhof waren begeistert. Manche machten sich direkt Sorgen um mich: „Ein ganzer Tag? Das müssen Sie doch nicht machen, das halten Sie gar nicht durch. Machen Sie da mal lieber nur bis mittags.“ oder „So richtig mit anpacken? Haben Sie überhaupt Sicherheitsschuhe? Nicht, dass Sie da nur im Weg rumstehen.“ oder „Jetzt im Winter? Kann ganz schön kalt werden“ (das war natürlich der Kollege aus dem Gartenbau). Einer glaubte wohl, Bereichsleiter fangen so gegen mittags an: „Im Ernst? Sie wissen schon, dass es bei uns pünktlich um halb 7 losgeht?“.

Andere wiederum machten sich große Sorgen um ihre Mitarbeiter: „Ich kann Sie doch nicht den ganzen Tag mit einem Gesellen durch die Gegend fahren lassen. Das hält der nicht durch.“

Na super! Da habe ich ja scheinbar eine richtig tolle Idee gehabt. So langsam kam meine Absicht, hinter die Kulissen zu schauen, aber doch richtig an und echte Vorfreude gab es auch. „Da suche ich mir ein paar richtig schöne Aufträge für Sie raus“ versprach mir vielversprechend der Sanitärmeister. Ich hatte direkt Kopfkino. Der Gärtnermeister lockte mit endlosen Quadratmetern Laubarbeiten. Laub? Moment! Also ich mache ja praktisch alles Handwerkliche auch zuhause. Wenn es aber eins gibt, was ich absolut nicht gerne mache, dann ist das Laubfegen. Da stehen nämlich 5 ausgewachsene Linden, eine gigantische Blutbuche und eine stattliche Säuleneiche – auf Nachbargrundstücken. Und die schmeißen all ihre Pracht auf unsere Einfahrt, in  den Vorgarten, auf den Rasen, die Terrasse, in die Regenrinnen und in die Hecken. Die Linden machen das sogar das ganze Jahr über mit irgendwelchen botanischen Abscheulichkeiten. Also Laub? Bitte nicht! Jetzt kommt die zwischenzeitlich abgekühlte Assistentin wieder ins Spiel. „Die Gärtner habe ich auf das Frühjahr gelegt. Sonst war nix frei.“ Ja, nee, is klar 😉 Aber schönen Dank! Glück gehabt, läuft doch.

Aber war da nicht noch was mit Sicherheitsschuhen? Und in Jeans und T-Shirt ist ja auch irgendwie doof. Unsere Handwerker sind eben erster Ansprechpartner der Kunden vor Ort und werden entsprechend auch mit vernünftiger Arbeitskleidung ausgestattet. Mit Logo und Namen. Das gehört für uns zum guten Ton. Also Katalog schnappen und Hose, Jacke, Polo und Schuhe bestellen. Aber in welcher Farbe? Maler tragen weiß, Tischler beige, Gärtner grün, Sanitär, Heizung und Elektro blau. Also NEULANDrot damit die Gärtner mich im Gebüsch auch nicht übersehen? Damit ich den Elektrikern im stromlosen Keller entgegenleuchte? Wahrscheinlich sinnvoll, fühlte sich aber irgendwie nicht gut an. Die Wahl fiel nach Stylingberatung durch drei Kolleginnen auf neutrales Schwarz und eine weiße Hose mit Polo für die Malerarbeiten. Klamotten kamen dann. Anzug aus und Anprobe im Büro. War okay und die Spannung stieg. „Na dann kommen Sie aber erstmal bei uns vorbei. Wir wollen Sie ja auch mal im Arbeitszeug sehen.“ Die logische Forderung einer Kollegin aus dem Neubau.

Und dann ging’s los! Erstes Gewerk: Elektroniker. Und vorab die echte Fürsorge der Meister (war ja schon angekündigt): „Sie fahren dann morgens mit dem ersten Kollegen und nachmittags mit einem zweiten.“ Ich bin einem Mitarbeiter allein scheinbar wirklich nicht ganztägig zuzumuten. Muss doch noch mal ein ehrliches Feedback bei denen einholen, die es ganztags mit mir aushalten müssen…

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Was mich da erwartete und wie es in den Gewerken Maler (siehe Selfie als kleiner Vorgeschmack) und Heizungsbauer so weiterging? Teil 2 folgt!

Bis die Tage!


| 30.06.2014 | 10:43 Uhr

Neubau : WAS geht eigentlich los? Oder: Geht überhaupt was los?

Neuland

Habe vorhin mal auf den Kalender geguckt. Wir haben Ende Juni! Die WM läuft gerade so richtig an, die Sommerferien sind zwar gefühlt noch eine Ewigkeit weg, aber der Ritz-Carlton-Drachenboot-Cup (Stichwort Titelverteidigung!) steht auch schon wieder vor der Tür. Und unsere Neubauten? Hatte ich nicht im ersten Teil im Oktober und im zweiten Teil im Januar gesagt, es ginge los?

Da ist es wieder, das Wahrnehmungsproblem mit dem Bauen. Beschluss: Wir bauen neu! Und das ganz innovativ! Also los, also … los, halloooo loohoos!!! Wann kommt denn jetzt der Kran? Die Spationauten sind doch schon lange wieder in die Erdatmosphäre eingetaucht und bereiten sich auf ihre nächste Mission vor. Passiert ist aber zwischenzeitlich … nichts?

Und doch, es hat sich viel getan … sieht nur keiner, vielleicht ein paar. Meinen höchsten Respekt am Bau haben seit jeher die Tiefbauer. Bohren, buddeln, Rohre verlegen, Boden verbessern. Bei Regen und Sonne, im Matsch und im Staub. Und am Ende sieht man … nix! Jedenfalls nicht viel. Oberflächlich. Ein paar Markierungen und Rohrenden als einziger Beweis, dass hier schon mal gearbeitet wurde. Die Protagonisten der Erdbewegung sind längst weiter gezogen. Beim Richtfest sehen wir sie wieder. Dann stehen die Zimmerer auf dem Dach und traditionieren. Sie stehen auf (!) dem Haus und das Haus kann jeder sehen. „Sieht toll aus! Und, was haben Sie hier so gemacht?“, wird dann der unbekannte Nebenmann gefragt. Tiefbauer ist seine Zunft. „Abwasserleitung gelegt.“ Klingt nicht so sexy. Oder doch? „Die Abwasserleitung? Das ist ja spannend! Die Symbiose des Frischen und des Abgestandenen drückt sich doch am ehesten in der Gestaltung eines runden Rohres aus. Diese expressive Formensprache!“ Naja, so wird die Antwort dann wohl eher doch nicht ausfallen. Aber ein Haus ohne Tiefbau? So irgendwie in der Landschaft? Geht ja auch nicht. Kein Frischwasser rein, kein Brackwasser raus, kein Telefon, kein Internet. Kriegt man noch irgendwie hin. Geht auf dem Campingplatz ja auch. Aber kein Strom? Kein Fernsehen??? Oh Gott! Und kalt ist es auch noch! Also: Auch die schönste Architektur ist ohne Tiefbau gar nichts wert. Deshalb an dieser Stelle schon mal meinen größten Dank an die Baukollegen, die schon abgerückt sind und Unsichtbares hinterlassen haben!

Jetzt kommt dann auch endlich der Hochbau. Jetzt kommen die Kollegen, die noch nach Jahren beim Vorbeifahren sagen können: „Guck mal, Schatz. Das Haus da drüben hab’ ich gebaut!“ Kein Mensch baut ein Haus allein, aber das „mit“ vor dem „gebaut“ wird dann doch gerne geschlabbert.

Unseren Hochbau, also den vom Suhlgartenkarree, konnte ich mir heute schon mal „vorstellen“. Es stand eine Besichtigung beim Holzbauer für die Holztafelelemente an. Im schönen Lamspringe, keine 100 km von der Baustelle entfernt. Auch das hat ja was mit Nachhaltigkeit zu tun. In Bayern gibt es eine Menge größerer Zimmerer, die in modernem Holzbau machen. Aber unseren Baukasten quer durch die Republik juckeln? Muss nicht sein. Also Lamspringe.

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So im Nachhinein weiß ich nicht mehr, was ich erwartet hatte. Ein paar dieser Unternehmen mit computergesteuerten Bearbeitungsmaschinen hatte ich schon gesehen. Viele haben Ähnlichkeiten mit dem Werk. Also mit „unserem“ Werk. Dem nördlich des Kanals meine ich. Eine Halle und noch eine Halle, hier noch mal angebaut und da ergänzt. Ziemlich groß jedenfalls. Der Betrieb am Harzrand ist anders. Kleiner. Aber überzeugend! Familienbetrieb, gute Organisation, bodenständig, innovativ, kompetent und tolle Mitarbeiter. Passt zu uns! Bewegt Neues und lebt das auch.

Und das Herzstück (neben den Mitarbeitern)? Die Hundegger! Was das ist? Was bei Volkswagen die Industrieroboter machen, macht beim Holzbauer die Hundegger-Maschine. Computergestützter Holzbau mit Toleranzen und Präzision, die auf dem Bau eher unbekannt sind. Oder waren. Hier werden also die Holztafelelemente für die Suhlgartenfassaden vorgefertigt, von Mitarbeitern endmontiert und auf LKW verladen. Und ab auf die kurze Reise nach Wolfsburg. In nur zwei Tagen wird ein Geschoss montiert. Also ein Tag eine Etage in Haus 1, am nächsten Tag in Haus 2.  Dann je ein Tag Nacharbeit. Danach     kommen die Rohbauer für die nächste Geschossdecke und das Treppenhaus. Und im Wochenrhythmus geht’s dann erneut los.

Und das Beste? Der Arbeitsplan in Lamspringe steht. „Neuland“ steht da an der großen Tafel in der Auftragsdisposition. Mitte August! Schaulustige sind dann herzlich Willkommen im Suhlgartenkarree!

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Bis die Tage!


| 21.05.2014 | 12:00 Uhr

Neubau : Und schon wieder „Spationaut“…

Neuland

So ein Spatenstich hat schon was Komisches. Politik, Verwaltung, Bauherren und Baudamen setzen sich im Anzug oder Kostüm einen Helm auf und greifen zum (Edelstahl-)Spaten. Dann buddeln Sie kleine Löcher in einen extra dafür aufgeschütteten Sandhaufen und schmeißen die „Erde“ auf Kommando in die Luft…

Offenbar ist noch niemandem etwas Besseres eingefallen, um den Beginn der Arbeiten offiziell einzuläuten. Früher hat ja wirklich irgendjemand einen ersten Spatenstich durchführen müssen. Und dann folgten zigtausend weitere. Heute rollt nach dem ersten Spatenstich meist der Bagger an und baggert als Erstes den zeremoniellen Sandhaufen wieder weg. Bei uns machen das die Kollegen aus dem Bauhof. Dann übernimmt nämlich der (Geothermie-)Bohrer das Baufeld. Der springt über mehrere Wochen kreuz und quer, hin und her, bis er sich je Bohrloch auf rund 150 Tiefe vorgearbeitet hat. Gut zu sehen übrigens auf unserer Webcam unter http://www.nld.de/projekte/neubau/neue-burg/.

Spatenstiche Suhlgartenkarree und Neue Burg

Spatenstiche Suhlgartenkarree und Neue Burg

Ich habe gehört, dass es mittlerweile auch „Erste Rammschläge“ oder erste „Erste Baggerbisse“ (beim Abbruch?!) geben soll. Also müssten wir unsere Baubeginne (klingt komisch, ist aber der Plural) ja eher „Erste Bohrung“ (Achtung: Zahnarzt) oder „Abteufpremiere“ (das versteht keiner, müsste man in einem zweiten und dritten Satz erklären) nennen.

Ach, ja: Einen „ersten Baggerbiss“ haben wir an der Neuen Burg auch gefeiert. Da hat dann tatsächlich ein Bagger-Dinosaurier (sah aus wie ein T-Rex) erstmals beherzt in den Beton gebissen. Vielleicht waren wir zu phantasielos, aber uns ist dafür nur „Abbruchparty“ eingefallen. Essen, trinken, Musik, Spaß. Party eben! Und die Feuerwehr hat nebenbei auch noch ein bisschen geübt: Eine Wohnung wurde verqualmt und ein bedauernswerter Kollege über die Leiter vom Balkon gerettet. Na, da war was los!  

Sei‘s drum! Wir bleiben wohl bei „Erster Spatenstich“ für den symbolischen Baubeginn.

Sowohl am Suhlgarten in der Innenstadt als auch jüngst an der Neuen Burg in Detmerode konnten wir die Spatenzeremonie mit geladenen Gästen, interessierten Bürgerninnen und Bürgern sowie – ganz wichtig – der Nachbarschaft feiern. Das Interesse war jeweils riesig und das obwohl derzeit in unserer Stadt alle Nase lang ein Sandhaufen aufgeschüttet, angepiekst und wieder weggebaggert wird. Wir werten das mal als echten Beweis für die Bedeutung, Qualität und teilweise auch Einmaligkeit unserer Projekte.

Fakt ist: Es geht jetzt also wirklich los und wir freuen uns schon auf die Richtfeste.

Dazu sagt der Duden übrigens: „Substantiv, Neutrum – Fest der Handwerker und des Bauherrn nach Fertigstellung des Rohbaus“. Ich denke aber, wir werden noch ein paar mehr Leute einladen 😉

Übrigens fehlt uns in diesem Jahr noch ein Spatenstich: Im Goethepark wird es demnächst losgehen. Da werden wir sie wieder sehen, diese Menschen im feinen Zwirn mit weißem Helm hinter’m Sandhügel am (Edelstahl-)Spaten.

Nebenbei: Die Franzosen nennen Ihre Raumfahrer „Spationauten“. Ich finde der Begriff passt aktuell auch nach Wolfsburg!

Ich ziehe gerne den Spationautenanzug an, heißt das doch: „Es geht (schon wieder) los!“

Bis die Tage!


| 20.01.2014 | 10:20 Uhr

Allgemein, Neubau : Neue Wohnungen für Wolfsburg, nachhaltige Konstruktionen und innovative Energiekonzepte

Neuland

So, es geht los! – Teil 2 – oder „Wie die Wärme aus der Erde in die Wohnung kommt! “

2014 ist noch ganz frisch und genauso sind unsere Ideen zur Energieversorgung der Neubauten.

Nach dem ersten Teil des Blogs zur Hochbauplanung jetzt also der Fokus auf die Versorgungstechnik.

Den KfW-Effizienshaus-40-Standard hatten wir den Planern als Mindestmaß vorgegeben. Das heißt, der (Primär-) Energiebedarf darf maximal 40% des aktuell zulässigen Höchstwertes betragen (orientiert an der Energie-Einspar-Verordnung EnEV 2009). De facto entspricht das einem Heizwärmebedarf, der nahe am Passivhaus-Standard liegt. Wenn irgend möglich sollten die Gebäude sogar völlig unabhängig von nicht regenerativen Energien betrieben werden können.

Keine fossilen Brennstoffe hieß die Losung. Und das ist gelungen!

Nach erfolgreichen so genannten „Thermal Response Tests“ auf den zukünftigen Baugrundstücken (Testbohrungen auf bis zu 150 – 200 m Tiefe mit anschließenden Analysen) steht fest, dass alle drei Projekte grundsätzlich über Geothermie (Erdwärme) beheizt werden. Dabei wird die in ca. 150 Metern Tiefe vorhandene Temperatur genutzt, um in einem Tauscher Wärme zu erzeugen. Diese Wärme dient sowohl der Beheizung als auch der Erzeugung von warmem Wasser. Aber wie funktioniert das? In 150 Metern Tiefe gibt es ja noch kein Magma 😉 und auch Temperaturen aus 1000 m tiefen Bergwerken bewegen sich ja „nur“ so um die 30° C. Es ist also nicht möglich ein Wärmeträgermedium direkt zu erwärmen um damit Gebäude zu beheizen. Um das zu erreichen werden Wärmepumpen genutzt. Eine Wärmepumpe funktioniert im Prinzip wie ein umgekehrter Kühlschrank. In einem geschlossenen Kreislauf wird ein Kältemittel über einen Wärmetauscher mit der Umgebungswärme in Verbindung gebracht. Das Kältemittel hat die Eigenschaft, bereits bei sehr geringen Temperaturen seinen Aggregatzustand von flüssig zu gasförmig unter Aufnahme von Energie zu wechseln. Das gasförmige Kältemittel wird in einem Kompressor verdichtet und erhitzt sich dabei stark. Über einen zweiten Wärmetauscher wird diese Wärme an den Heizungskreislauf abgegeben.

Beim Kühlschrank kommt das gleiche Prinzip zur Anwendung, nur dass an die Stelle der Wärmequelle das Kühlfach und an die Stelle des Heizkörpers der Wärmetauscher tritt, welcher sich beim Kühlschrank auf der Rückseite findet.

Dabei werden natürlich keine Vorlauftemperaturen „klassischer“ wandhängender Heizungen – so um die 60° C – erreicht. Das muss aber auch nicht sein. Alle Wohnungen werden nämlich mit komfortablen Fußbodenheizungen ausgestattet, die mit niedrigeren Temperaturen (30 – 35° C) betrieben werden und so für behagliche Wärme sorgen.

Ergänzt werden die Systeme durch Photovoltaik zur Stromversorgung der Pumpen und um Spitzenlasten abdecken zu können. Alle Wohnungen werden überdies mit kontrollierter Wohnraumlüftung ausgestattet. Im Goethepark führt das aufgrund der großen verfügbaren Dachflächen, die mit Solarzellen ausgestattet werden, sogar dazu, dass die Gebäude mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen: Wir realisieren also einen PLUS-Energie-Standard! Bei den beiden anderen Projekten sind wir nahe dran. Vielleicht geht ja noch was…

Den Mietern der Wohnungen in unseren Neubauten kann die Preisentwicklung auf dem Energiemarkt also zukünftig ziemlich schnuppe sein! Und die CO2-Bilanz ist durch den Einsatz regenerativer Baustoffe ebenfalls top. Die Energiewende leben wir vor und unterstützen Wolfsburg so auf dem Weg zur C02-freien Stadt.

Ich freue mich darauf und halten Sie auf dem Laufenden!


| 30.10.2013 | 09:34 Uhr

Allgemein, Neubau : Neue Wohnungen für Wolfsburg, nachhaltige Konstruktionen und innovative Energiekonzepte – Technik Blog 01

Neuland

So, es geht los! – Teil 1 –

Eigentlich stimmt das nicht ganz, denn für uns es ging schon vor rund 1½ Jahren los. Nur bemerkt man Planung „draußen“ kaum! Jetzt hat unser Aufsichtsrat grünes Licht gegeben für die konkrete Umsetzung der ersten drei Projekte im Rahmen der Wohnungsbauoffensive 2020. Wir werden also im Goethepark in der Innenstadt, auf der Freifläche der „Neuen Burg“ in Detmerode und im Innenhof am Suhlgarten (ebenfalls Innenstadt) insgesamt 178 Wohnungen bauen.
In den letzten Monaten habe ich oft gehört „Jetzt fangt doch endlich an!“. Aber das hatten wir ja schon längst und zwar mit großem Tempo! Es dauert eben eine gefühlte Ewigkeit vom ersten Entwurf bis zur Einreichung eines Bauantrags und der Umsetzung auf der Baustelle.

Nach intensiven kaufmännischen und strategischen (Standort-)Analysen und der Klärung vieler Fragen (Welche Zielgruppen wollen wir ansprechen (Familien, Senioren oder „Neudeutsch“ DINKS, Empty Nesters, Singles und so weiter)? Welche Wohnformen und Grundrisse fehlen uns und der Stadt Wolfsburg? Was wird wie häufig nachgefragt? Welche Qualitäten und Standards sind sinnvoll?) konnten wir endlich planen!

Begonnen hatte diese Planung mit architektonischen Wettbewerbsverfahren im letzten Jahr. Auf der Basis der Siegerentwürfe, die ja erst einmal (fast nur) städtebauliche Figuren waren, wurden Grundrisse, Fassaden, Balkone, Terrassen, Fenster und Dächer entworfen, Fahrstühle, Stellplätze, Bäder, Küchen, Eingänge, Versorgungstrassen sowie -leitungen und Entsorgungsschächte, Brüstungen, Fahrradständer, Feuerwehrumfahrten und eine Tiefgarage geplant.
Das Ganze immer gemeinsam mit den Architekten, Ingenieuren für Gebäudetechnik, Erschließungs- und Landschaftsplanern, Statikern, Brandschützern und teilweise auch der TU Braunschweig.
Alles natürlich in Abstimmung mit der Bauordnung, dem Planungsamt, der unteren Wasser- und Naturschutzbehörde, dem Ordnungsamt, der Feuerwehr, dem Grünflächenamt, dem Wasserversorger und dem städtischen Entsorgungsbetrieb, der Müllabfuhr und dem Kampfmittelräumdienst.
Alle Aufzählungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit 😉

Da vergehen schon mal ein paar Monate bis man was „sieht“…

Was jetzt aber zu sehen sein wird ist innovativ, nachhaltig und außergewöhnlich … und passt damit zu Wolfsburg.
Zwei der drei Projekte werden Holzfassaden erhalten, die neben ihrer Nachhaltigkeit durch einen hohen Vorfertigungsgrad bestechen und ein angenehmes Wohnklima liefern werden. Zwar wird man das von außen nicht immer sehen, aber einen kuscheligen Pullover spüre ich ja auch unter einer geschlossenen Jacke. Die Bauzeit wird sich durch den Einsatz von im Werk vorgefertigten Holzelementen deutlich verkürzen. Auf der Baustelle erfolgt dann nur noch das Zusammensetzen. Das wird die Nachbarschaft natürlich gerne zur Kenntnis nehmen und den neuen Mietern verhilft es schneller zu ihrem Wohntraum. Diese sogenannten Hybrid-Bauten werden in Detmerode und im Suhlgartenkarree entstehen. Hybrid deshalb, weil die Fassaden wie beschrieben aus Holzelementen bestehen, der Treppenhauskern und die tragenden Innenwände sowie die Geschossdecken aber aus Beton. So wird zum einen der Brandschutz zum anderen der Schallschutz problemlos erfüllt. Im Goethepark werden wir auf der Tiefgarage mit Kalksandstein-Planelementen arbeiten, die sich ebenfalls schnell „zusammensetzen“ lassen und – wie Holz – wenig Baufeuchte mitbringen.

Damit nicht genug werden alle drei Projekte mit innovativer und nachhaltiger Energietechnik ausgestattet, die daraus echte Leuchttürme macht. Und nicht zuletzt statten wir alle Gebäude komfortabel aus.

Aber dazu mehr im nächsten Blog…

Bis dahin alles Gute!