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Freizeitliga

 

Jens Ninnemann hat einen roten Kopf. So sehr feuert er die NEULAND Red Bulls an. „Der Schiedsrichter hat mich schon verwarnt“, erzählt er,  „ich bin zu laut.“ Doch davon lässt sich der Leiter der NEULAND-Jugendtreffs kaum beirren. Denn das Team, das er trainiert, liegt sechs Tore zurück.

Wir sind zu Besuch bei der neu belebten Freizeitliga. Seit April wird sonntags wieder in der Sporthalle der Erich-Kästner-Schule gekickt. Und was wir sehen, erinnert an den Witz, wie die Freundin zu ihrem Partner sagt: ‚Ich glaube, du liebst Fußball mehr als mich.’ Und er antwortet: ‚Na ja vielleicht, aber dafür liebe ich dich mehr als Basketball.’ Hier sind alle mit vollem Einsatz dabei. „Es macht echt Spaß. Nicht nur zu Hause rumzusitzen, sondern was mit den Kumpels zu machen. Wir kennen uns alle schon von klein auf“, so Fehmi Kamberi (18) vom neunköpfigen NEULAND-Team.

Gegründet wurde die Wolfsburger Freizeitliga (WFL) 1990, koordiniert von den Jugendzentren und einem Ligarat. Bis zu 14 Teams traten damals gegeneinander an. Im Sommer 1999 verabschiedete sich dann rund die Hälfte aller Mannschaften von der WFL und gründete gemeinsam mit einigen neuen Mannschaften die WDZ-Hallenliga. Grund dafür waren unterschiedliche Ansichten zu Organisationsabläufen und in Regelfragen. 2003 stellte die Freizeitliga schließlich den Spielbetrieb ein. Mit der WDZ-Hallenliga waren viele Jugendliche allerdings auch nicht glücklich, weil zunehmend ältere Spieler dabei waren.

Sechs Jahre später hatte Sozialpädagoge Johann Helmel vom Projekt Streetlife nun die Idee, die ursprüngliche Kickerliga wieder zu beleben, angestachelt durch das große Interesse am Streetsoccer, das Streetlife regelmäßig in den Stadtteilen anbietet – und auch mit dem Ziel, eventuelle Rivalitäten unter den Jugendlichen zu entschärfen. Die Testsaison startete mit zunächst vier Teams: den NEULAND Red Bulls vom NEULAND-Jugendtreff Detmerode, den Azurri Nord (Jugendtreff Teichbreite), dem FZH Detmerode (Freizeitheim Detmerode) und den Red Dragons (FBZ Westhagen). „Alle sind unglaublich motiviert. Im Treff ist die Liga immer Thema“, berichtet Jens Ninnemann. Bevor es 2010 noch größer weitergeht, gibt es nun am Samstag, 27. Juni, noch ein besonderes Turnier: Ab 12 Uhr wird um den WFL-Pokal gekämpft – in einer mobilen Streetsocceranlage am Allersee, direkt am Wasser. Über viele Zuschauer würden sich alle Beteilig-ten sehr freuen.

P.S.: Den Rückstand im Spiel, das wir uns angeschaut haben, hat das NEULAND-Team übrigens noch aufgeholt. Sie gewannen mit 21:20!