Wohnungsgesellschaft mbH
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Vertraut, eigenständig und sicher


„Neues Land“, so lautet der Name der Demenz-WG, die auf 400 Quadratmetern im Haus 39 entsteht. Die Wohngemeinschaft bietet zehn Mietern das gemeinsame Leben mit ambulanter Fürsorge. Sie teilen sich die Küche, Bad und einen Wohnbereich, für die Privatsphäre stehen eigene Zimmer bereit.
„Wir sind stolz, dass die Wahl der Räumlichkeiten für diese alternative Wohnform auf uns fiel und stellen diese gern zur Verfügung“, erklärt Kerstin Mallwitz, Geschäftsführerin NEULAND. In der Region entsteht die erste Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz, nicht wie allgemein üblich in einem abgelegenen Bauernhaus oder in einer Stadtvilla, sondern mitten in einem Wohngebiet. Ein Ziel bei der Standortwahl ist die Integration der an Demenz leidenden Menschen in der Gesellschaft.
Seit drei Jahren arbeitet der Verein Altersvision mit dem Seniorenservicebüro, der ambulanten Krankenpflege Bettina Harms und der Beratungsstelle AGE in Wolfsburg an der Umsetzung des gemeinschaftlichen Konzeptes.
„Die Berliner haben uns angesteckt. In der Hauptstadt gibt es über 200 Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz“, sagt Alette Polan, Sprecherin der Altersvision. Der Verein unterstützt ältere Wolfsburger mit psychischen altersbedingten Erkrankungen. „Wir wollen mehr Entscheidungsfreiheit für die Bürger. Wolfsburg ist eine sehr offene und fortschrittliche Stadt. Wir denken, dass die Demenz-WG sehr positiv aufgenommen wird.“
„Eine Wohngemeinschaft ist oft eine Alternative zum Pflegeheim. Menschen, die im Haushalt nicht mehr zurechtkommen, profitieren durch das Leben in der Gemeinschaft“, erklärt Bettina Tews-Harms, Geschäftsführerin der ambulanten Krankenpflege Bettina Harms. Mit ihrem Team stellt sie die Pflege und Betreuung vor Ort. Im Gegensatz zum Pflegeheim bestimmen die Mieter jedoch selbst über ihren Tagesablauf. Festgelegte Aufsteh- und Essenzeiten gibt es nicht. Die Senioren erleben einen Alltag, der so normal wie möglich ist und den sie weitestgehend selbst organisieren. Um ihnen die notwendige Sicherheit zu geben, stehen rund um die Uhr Pflegekräfte zur Verfügung.
Das Wohnkonzept ist auf Menschen, die an Demenz oder anderen altersbedingten psychischen Erkrankungen leiden, abgestimmt. Die privaten Wohnbereiche können mit eigenen Möbeln eingerichtet werden. Ein spezielles Farb- und Lichtkonzept unterstützt zusätzlich das Wohlbefinden. Die Demenz-WG bietet ihren Mietern außerdem drei Gemeinschaftsräume, eine große Wohnküche und speziell ausgestattete Bäder.
Ein Highlight: das Nostalgiebad im Stil der 30er / 40er Jahre. „Erinnerungen an die Jugend bleiben am längsten erhalten. Das Aufdrehen eines traditionellen Warmwasserhahnes macht Demenzpatienten die tägliche Körperpflege einfacher. Ein modernes Pflegebad wirkt dagegen einschüchternd“, erklärt Bettina Tews-Harms. In einer barrierearmen Umgebung soll Gelerntes reaktiviert werden, um den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Neben „traditionellen“ Einrichtungsgegenständen helfen den Mietern technische Hilfsmittel wie höhenverstellbare Toilettensitze oder Wannenlifter, um im Alltag zurechtzukommen.
„Diese Kombination schafft Vertrautheit – eine Grundlage, damit Menschen sich trotz Demenz lange eigenständig versorgen können“, so Bettina Tews-Harms.
Die Angehörigen sind willkommen und können sich aktiv einbringen. „Auf freiwilliger Basis sind gemeinsame Aktivitäten wie Spaziergänge oder Vorlese-Runden jederzeit denkbar“, erläutert Bettina Tews-Harms.
Durch Spendengelder wird die Wohnungsausstattung für die gemeinsam genutzten Räume finanziert. Einen Miet- und Pflegevertrag schließt jeder Mieter separat ab.



