03.03.2010

Bunter Mix!

Schon der englische Lyriker James Henry Leigh Hunt hat es gewusst: Farben sind das Lächeln der Natur. Goethe kreierte einen Farbkreis mit sechs Grundfarben, um das menschliche Seelenleben darzustellen. Und in jedem Supermarkt wird die Ware so strategisch ausgeleuchtet, dass wir Kunden ganz bestimmt angelockt werden. Keine Frage: Farben sind wichtig in unserem Alltag  vom Kleinen Schwarzen bis zum Roten Sofa. Sie beeinflussen unsere Stimmung und die Gemütslage. Bereits vor 30.000 Jahren gewannen die Menschen aus Naturstoffen Farbe etwa für die Kriegsbemalung. Aber welche Farben passen am besten in meine Wohnumgebung weltraum gibt dafür die passenden Empfehlungen.

Die Farbgestaltung in unseren eigenen vier Wänden kann viel zu unserem Wohlbefinden beitragen. Entscheidend dafür ist aber nicht nur die Wandfarbe, sondern auch der kombinierte Gesamteindruck mit Möbeln, Accessoires oder Teppich, weiß weltraum-Dekoexpertin Andrea Müller. Wir überlegen deshalb für Schlaf-, Ess-, Wohn- und Arbeitsbereich, welche Farbe am passendsten sein könnte. Vorher besorgen wir uns noch bei Möbel Buhl Kissen und Teppiche, um die Farbwirkung zu unterstreichen. Im Schlafbereich entscheiden wir uns für Blau als Hauptfarbe. Blau ist mit 40 Prozent die beliebteste Farbe der Deutschen und wirkt ruhig und entspannend. Andrea Müller: Im Schlafbereich wählen wir kühlere Farben, also ein Blau in allen Variationen, damit Stress und Nervosität reduziert werden können. In Kombination mit Naturtönen, etwa durch Korbmöbel oder Holzfußboden, wirkt schlafzimmerblau auch nicht zu kühl.

Ganz anders im Wohnbereich: Hier würde ein kühles Blau Unterhaltungen stören, wäre also schlecht für die Kommunikation. Deswegen fällt hier die Wahl auf ein Wohnzimmer mit roten Akzenten. Rot signalisiert Lebensfreude, wirkt dynamisch und stimuliert sogar das Nervensystem. Wer sich für Rot als Wandfarbe  entscheidet, sollte sich bei den Einrichtungsgegenständen eher zurückhalten. Auch Naturtöne harmonieren gut mit Rot. Sie wirken unaufgeregt und verstärken den Wohlfühleffekt. Wer den asiatischen Stil mag, kombiniert kräftiges Rot mit klarem Weiß oder Schwarz. Neben einer klaren Farbgebung sollte auch die Formensprache klar und reduziert sein, unterstreicht Andrea Müller.

Und der Essbereich Hier darf zum Gelb, Rot oder Orange auch Hellgrün dazukommen. Graue Farben verderben hingegen schon den Appetit, bevor die Speisen auf dem Tisch stehen. Auch ein Blau wäre hier fehl am Platz. Warme Farben dagegen regen hier Appetit und Kommunikation an.

Zu viel Gemütlichkeit wäre aber zum Beispiel im Arbeitsbereich unproduktiv. Schließlich will man hier in der Regel etwas schaffen. Farbpsychologisch ist hier vor allem ein grüner Ton zu empfehlen, denn Grün wirkt frisch und natürlich, aber auch ausgleichend und entspannend. Faustregel: Hellgrün belebt, Dunkelgrün beruhigt. Für den Arbeitsbereich sind außerdem noch Gelb oder Orange gut geeignet. Kühle Farben hingegen wirken einschläfernd.

Zum Schluss noch drei grundlegende Tipps zur Farbgestaltung in Räumen: 1. Unser Farbgefühl geht von einer Farbgestaltung aus, die von unten nach oben heller wird; um optisch Raumhöhe zu gewinnen, wählt man eine helle Decke und dunklere Wände. 2. Helle Farben wirken weit und freundlich, lassen Räume größer erscheinen (empfehlenswert also für kleine Räume). 3. Dunkle Farben wirken umschließend und eingrenzend, aber auch gemütlich. Sie lassen also größere Räume kleiner erscheinen. Also ran an den Farbtopf! Denn wie schon Meister Goethe wusste: Das Auge verlangt die Harmonie der Farbe wie das Ohr die Töne.