04.06.2010

Setzkasten reloaded!

Es dauert nicht mehr lange und dann haben wir sie wieder dabei, die kitschigen Urlaubsmitbringsel von den Basaren, die aufgesammelten Muscheln vom Nordseestrand oder gefundene Steinchen mit nostalgischem Erinnerungswert an die Sommerferien. Doch spätestens zu Hause stellt sich dann die Frage, wohin mit dem ganzen Kleinzeug, das man früher in die praktischen Setzkästen packen konnte. Deshalb ein paar Tipps, wie man schöne und nachhaltige Aufbewahrungsorte für sehenswerte Dinge gestaltet. Dazu hat sich weltraum-Dekoexpertin Andrea Müller gleich drei innovative Kreationen einfallen lassen. Für die bleibenden Urlaubserinnerungen wird als Aufbewahrungsort passenderweise ein alter, ausrangierter Koffer ausgewählt. Das ist ideal für alle, die sich die Ferienstimmung zu Hause noch ein bisschen erhalten möchten, so Andrea Müller. In unserem Fall platzieren wir mitgebrachten Sand und Muscheln in Weckgläsern. Dabei können etwa die Muscheln zur Identifizierung des Fundortes direkt beschriftet und ans Deckglas gehängt werden. Urlaubskarten und -fotos werden entsprechend zusätzlich im Koffer arrangiert. Für den besonderen Akzent wählt Andrea Müller eine Blume aus dem Land des WM-Gastgebers Südafrika aus. Das Nationalgewächs Protea rundet das Bild ab.

Für die Gestaltung eines eigenen Setzkastens für über die Jahre angesammelten Kleinkram wählen wir verzinkte Rohrabschnitte aus. Benötigte Schlauchverbinder finden sich dafür in jedem Sanitärbereich im gut ausgestatteten Baumarkt. Ganz nach Wunsch werden die Rohrabschnitte danach auf einem Tisch angeordnet und von hinten mit Heißkleber fixiert. Zur Stabilisierung wird das Ganze anschließend mit einem Band gebündelt beziehungsweise umwickelt. Unser Setzkasten ist dann bereit, aufgestellt oder aufgehängt zu werden. Für unser Werk wählen wir zur Gestaltung kleine Kakteen aus, die in den Schaukästen platziert werden. Genauso gut sehen in den Kästen aber auch etwa Schneekugeln zur Dekoraktion aus.

Wer es gerne noch anspruchsvoller mag, bastelt sich eine echte Schatzkiste von A bis Z: Dafür besorgen wir uns ein Pappregal im Fachhandel für etwa zehn Euro. Außerdem benötigen wir noch Tapete inklusive Tapetenkleister, anderes Papier (in unserem Fall Strohseide), Binderfarbe für die äußeren Regalwände und natürlich auch entsprechendes Werkzeug, welches wahrscheinlich aber jeder Bastelfreund ohnehin zu Hause hat: Pinsel, Bleistift, Lineal, Cutter-Messer und Farbrolle). Um das Regal interessant zu gestalten, kleiden wir die inneren Fächer mit zwei unterschiedlichen Mustern aus, etwa Blumen und Streifen im gleichen Farbton. Andrea Müller: Bei der Auswahl der Muster sollte man aber darauf achten, dass sie nicht zu großformatig sind. Sonst können die Fächer nicht entsprechend wirken.

Um den Kontrast entsprechend zu verstärken und das Regal nicht zu unruhig wirken zu lassen, werden die Außenseiten weiß gestrichen. Je nach Muster und Geschmack kann man aber auch das ganze Regal mit Papier überziehen. Für die Serviettentechnik bei der Strohseide wird das Papier passgenau zugeschnitten, die einzelnen Flächen anschließend eingestrichen und das Papier darauf geklebt. Obendrauf kommt dann der Lack. Nicht davon täuschen lassen: der milchige Lack trocknet und sieht anschließend transparent aus. Kleiner Tipp: beim ersten Anstrich etwas mehr Lack nehmen. Dann bekommen die kleinen, über Jahre gesammelten Schätze den schönen neuen Platz, den sie auch verdienen.