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Der Raumschiff-Kapitän

 


Er gilt als "Vater des Phaeno", Dr. Wolfgang Guthardt. Vielen Wolfsburgern ist der 54-Jährige als langjähriger Kulturdezer-

nent bekannt geworden.  Guthardt ist aber auch Mieter bei der NEULAND. Grund genug für weltraum, den "Promi-Mieter" zum Gespräch zu bitten.

weltraum: Herr Dr. Guthardt, wie viel Herzblut steckt von Ihnen persönlich im "Projekt Phaeno"?
Guthardt: "Eine ganze Menge Herzblut. Aber nicht nur meins, sondern auch das der vielen Anderen, die mitgeholfen haben. Es war für alle ein Stück weit Bewährungsprobe."
weltraum: Wie soll das Phaeno auch über die Grenzen Wolfsburgs hinaus Besucher anlocken?
Guthardt: "Wir hatten bisher ein beispielloses Medienecho. Fast flächendeckend wurde in Deutschland über das Phaeno berichtet. Aber auch aus dem Ausland kam viel positive Berichterstattung - darunter aus Europa oder sogar aus Vietnam und Südafrika. Darüber hinaus arbeiten wir mit Tourismusunternehmen und Schulen zusammen, um den Bekanntheitsgrad des Phaeno zu steigern."
weltraum: Welches ist Ihre Lieblingsattraktion im Phaeno?
Guthardt: "Eindeutig der Gelbe Stuhl, der sich aus vielen Einzelteilen zusammensetzt und sich danach wieder in Einzelteile aufteilt. Aber auch der Magnetigel, wo eine schwarze Flüssigkeit von einem Magneten angezogen wird, ist äußerst faszinierend."
weltraum: Ihre Tätigkeit als Phaeno-Direktor ist bestimmt sehr zeitaufwändig. Müssen Sie deshalb manchmal auch Arbeit mit nach Hause nehmen?
Guthardt: "Bei mir bleibt die Arbeit leider nie vor der Tür, und ich nehme mir häufiger etwas mit nach Hause. Aber zumindest kann ich gut schlafen. Wenn die Zeit bleibt, versuche ich auch zur Entspannung zu schwimmen oder koche gern."
weltraum: Was zum Beispiel?
Guthardt: "Vorwiegend italienische Küche. Essen ist für mich die schönste Form von Gemütlichkeit."
weltraum: Das Phaeno besticht durch modernes Design. Findet sich davon auch etwas in Ihrem privaten Umfeld?
Guthardt: "Bei der Raumgestaltung bevorzuge ich warme Farben und ein modernes Design, also insgesamt weder rustikal noch altmodisch. Besonders hänge ich aber an einem italienischen Tisch aus Olivenwurzelholz, der eine schöne Maserung besitzt. Diesen Tisch habe ich schon seit Jahren als Einrichtungsgegenstand."
weltraum: Was verstehen Sie unter dem Begriff "Zuhause?"
Guthardt: "Ganz klar, da wo ich mich wohl fühle, wo etwas Vertrautes um mich ist und wo Freunde sind. Das müssen also nicht zwangsläufig die eigenen vier Wände sein. Ich kann mich schnell irgendwo wohl und zu Hause fühlen."
weltraum: Wie wollten Sie als Kind später mal leben und was ist von diesem Wunsch übrig geblieben?
Guthardt: "Eigentlich wollte ich früher mal Busfahrer werden (lacht). Naja und jetzt bin ich halt Kapitän in einem Raumschiff."
weltraum: Und wo sieht der Kapitän des Raumschiffs "Phaeno" die Attraktion in etwa zehn Jahren?
Guthardt: "Auch dann wird das Phaeno für die Menschen immer noch ein lebendiger Ort sein, der für die Leute interessant ist und wo sie sicherlich auch hinströmen werden."
weltraum: Wenn die Leute Sie durch Ihre langjährige Tätigkeit für die Stadt auf der Straße erkennen, ist Ihnen das unangenehm?
Guthardt: "Es sind in der Tat mehr, als ich selber gedacht habe. Viele schauen mich an und grüßen ganz freundlich, als ob man sich schon Jahre kennt. Ich grüße auch immer freundlich, schließlich fühlt es sich ja ehrenvoll an, erkannt zu werden."
weltraum: Was bedeutet Ihnen Wolfsburg?
Guthardt: "Nach fast 20 Jahren ist es meine Heimatstadt geworden, das kann ich ohne Zweifel sagen. Ich habe hier viele Chancen bekommen und bin froh und dankbar, hier einiges machen und auch bewegen zu können."