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Ideenreicher Neubürger

weltraum: Warum sind Sie nach Wolfsburg gezogen?
Jürgen Linsenmayer: Seit 1984 habe ich bei VW in Baunatal gearbeitet: in der Fertigung und bei Mitarbeiterbeteiligungsprojekten. In diese Zeit fielen auch verschiedene Stationen in der VW-Organisation: VW Coaching, ein kleines Marketingprojekt bei VW Nutzfahrzeuge und ein Gastspiel bei Seat in Spanien. In Wolfsburg gab es nun ab Sommer 2008 ein neues interessantes Angebot: die Steuerung des Themas Optimierung der Arbeitsplatzergonomie. Ziel ist, die Arbeitsabläufe in der Fertigung zu verbessern – Belastungen bei Überkopfarbeit zu reduzieren und Greifräume zu verkürzen, zum Beispiel. Die Belegschaft wird älter. Deshalb ist es wichtig, die Mitarbeiter durch optimale Arbeitsbedingungen länger arbeitsfähig zu halten.
weltraum: Seit Dezember wohnen Sie in der Friedrich-Ebert-Straße.
Jürgen Linsenmayer:Ja, eine Weile bin ich gependelt oder habe im Hotel geschlafen. Mit Wolfsburg als Wohnsitz haben sich berufliche und private Interessen getroffen. Ich bin Trennungspapa. Mein neunjähriger Sohn lebt mit der Mutter in Rhode. Ich wollte ihn gern ein bisschen lebensnäher begleiten. Hier hat er ein eigenes Zimmer. Im Garten können wir grillen, kickern und Boccia oder Fußball spielen. Sehr gut finde ich auch den großen Dachboden und die volle Unterkellerung. Ich bin Radfan, habe ein Rennrad, ein Tourenrad und ein Mountainbike. Die kann ich alle locker unterbringen.
weltraum: Wie sind Ihre Eindrücke von Wolfsburg?
Jürgen Linsenmayer:Ich bin in Hattorf geboren. Mein Onkel, meine Tante und meine Schwester leben noch hier. So gab es immer eine Bindung zur Stadt. Ab und zu bin ich die 234 Kilometer aus Baunatal auch mit dem Rad gefahren. Mir gefällt das kulturelle Angebot, vor allem im Galerie-Theater und im Hallenbad; auch das Kinoprogramm im Delphin-Palast. Mir fehlt experimentelles Theater – Stücke, an denen man sich ein bisschen reiben kann. Die Einkaufsinfrastruktur finde ich gut. Schön wäre aber eine größere Vielfalt bei Lebensmitteln. Ich liebe zum Beispiel gegrillte Rindswurst. Die gibt’s nicht. Gutes, fein geschrotetes Vollkornbrot muss man auch suchen. Generell find ich’s toll hier. Die NEULAND hat attraktive Wohnkonzepte realisiert. Mein Anliegen ist nun, dass die Friedrich-Ebert-Straße zur Spielstraße wird – dass Fußgänger und Radler Vorrang vor den Autos haben. Zwischen Rothenfelder Straße und Pestalozziallee ließe sich eine Verkehrsberuhigung problemlos einrichten. Mehr Begegnungsfläche zu schaffen, Leben und Verkehr in Einklang zu bringen: Dafür werbe ich bei Politikern. Ich arbeite auch in einer Arbeitsgruppe zur Umgestaltung der Innenstadt mit. Schön wäre es, wenn sich Unterstützer bei mir melden würden.



