Keine Artikel in dieser Ansicht.
Wohnungsgesellschaft mbH
Erfurter Ring 15
38444 Wolfsburg
Telefon: 0 53 61 . 791 0
Telefax: 0 53 61 . 791 136
E-Mail: willkommen[at]nld.de
Hin und weg






Wer allzeit bei dem Ofen sitzt, Grillen und die Hölzlein spitzt und fremde Lande nicht beschaut, der ist ein Aff in seiner Haut. - Altdeutscher Witz -
Urlaubszeit ist Reisezeit. Warum eigentlich – welche Beweggründe begleiten das Fernweh? „Reisenotizen“ über das Wegfahren und Ankommen.
Am Morgen dieses Tages verließ ich den Hafen von La Gomera und ging unter Segel, um meine Überfahrt zu beginnen. Eine uns begegnende Karavelle, die von der Insel Ferro kam, verständigte mich davon, dass in jenen Gewässern drei portugiesische Karavellen kreuzten, in der Absicht, mich abzufangen.“ Mit diesen Sätzen beginnt am 6. September 1492 die wahrscheinlich berühmteste Reise der Menschheitsgeschichte. Festgehalten hat sie Christoph Kolumbus in seinem Bordbuch, als er mit der Santa Maria und zwei weiteren Karavellen in See stach, um sich auf große Entdeckungsreise zu begeben. 500 Jahre später sind die großen Entdeckungsreisen seltener, dafür Individual- und Pauschalreisen weitaus selbstverständlicher geworden. Im Zeitalter der Billigflüge und All-inclusive-Angebote hält sich für die meisten der modernen Nomaden das ganz große, nicht kalkulierbare Abenteuer in Grenzen. Es sei denn, die Herausforderung wird offensiv gesucht. Etwa als freiwillig gewählter Abenteuerurlaub. Aber egal, ob wir auf eigene Faust aufbrechen, via Reisebüro buchen, über „Holidaycheck“ im Internet Reiseziele vergleichen oder gleich Flug- und Hoteltickets online sichern: Obwohl wir ungefähr wissen, worauf wir uns einlassen, fiebern wir dem Reisestart voller Vorfreude entgegen.
So vielfältig die menschlichen Bedürfnislagen sind, so unterschiedlich sind auch die Gründe, warum wir reisen. Menschen reisen, um sich zu erholen und zu entspannen. Sie machen sich aus Abenteuerlust auf oder wollen sich selbst finden. Gesellige Menschen gehen auf Reisen, um Gruppenerfahrungen zu sammeln. Andere bevorzugen Bildungsreisen und sind am Kennenlernen fremder Kulturen interessiert. Selbst das Reisen aus Prestigegründen kann bei speziellen Zeitgenossen beobachtet werden, die durch exklusive Reiseziele ihr Ansehen steigern wollen. Und es gibt die vielfältigsten Mischformen in der Bandbreite zwischen Kurzurlauber, Dauercamper und Weltreisendem. Gleichzeitig hat sich die Geschichte des Reisens verändert. Schon unter der bürgerlichen Elite des alten Roms vor zweitausend Jahren wurde die Lust auf Ortsveränderung beobachtet. Die ältere Generation unserer Zeit dagegen reiste in den 1960er-Jahren noch im Käfer nach Österreich oder Italien. Heute geht es eher nach Malle oder auf die Malediven. So, wie früher Kutschen ihre Abdrücke hinterließen, sind es heute die Kondensstreifen der Flugzeuge, die als vergängliche Spuren am Himmel verblassen. In den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte man dann endlich die Erklärung, warum wir alle weg wollen: Wir brauchen den Urlaub fern der Heimat als Gegenwelt zum grauen (Arbeits-)Alltag. Heute weiß man allerdings auch: Wer es zu Hause schön „wie im Urlaub“ hat, reist sogar nachweislich am meisten und am weitesten. Vielleicht liegt die Wahrheit und der Reiz woanders. Und es hält uns nicht zu Hause, weil wir irgendwann einmal das Gefühl des „Satthabens“ erreichen. Wir suchen dann nach neuen Impulsen und finden dort Erholung, wo wir den Kontrast zu unserer gewohnten Welt am besten erleben. Manchmal kann das sehr banal sein wie Erwin Kurt Scheuch etwas ironisch bemerkt: „Auf Reisen suchen viele Deutsche eigentlich nicht das fremde Land, sondern Deutschland mit Sonne.“ Ausdruck der ganz individuellen Reisepersönlichkeit ist es schließlich, ob dem Motivationsimpuls „Sicherheit“ gefolgt wird oder dem Bedürfnis, etwas wirklich Neues erleben zu wollen. Fest steht: Die gleichen Wellness-Anwendungen zeigen im Urlaub bessere Wirkungen als zu Hause und der gleiche Wein schmeckt im Urlaubsort einfach besser als daheim. Wie wir die Dinge bewerten, hängt eben nicht nur von der eigenen Persönlichkeit und unseren Wünschen ab, sondern auch von der gewählten Umgebung. So fühlen sich Urlauber, die sich ähnlich wie in ihrer Alltagswelt verhalten, ebenso erholt wie jene, die das Gegenteil tun.
Egal wie, egal warum, egal wohin: Hauptsache, wir reisen. Das jedenfalls könnte man meinen, wenn man sich die Statistik anschaut. Demnach sind wir Deutschen seit Jahren Weltmeister im Verreisen. Die Gründe liegen fast auf der Hand. Neben dem zur Verfügung stehenden Geld ist es vor allem die Zeit. Kein anderes Land hat so viel festgelegte Urlaubszeit wie Deutschland.
Am Ende scheinen wir aber alle wegzufahren, um irgendwann wieder zurückzukommen. Schon Kolumbus konnte zu Hause davon berichten, dass er Neuland betreten hatte. Wenn unsere Reisen auf den ersten Blick nur noch wenig mit den gro-ßen Entdeckungsreisen längst vergangener Zeiten zu tun haben, so können sie dennoch eine ganze Welt verändern. Unsere.
Willst du immer weiterschweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. Lerne nur das Glück ergreifen, denn das Glück ist immer da. - Johann Wolfgang von Goethe -
Tipps im Netz
Flugsicherheit
Wie sicher ist meine Fluglinie? Eine Antwort gibt das Luftfahrtbundesamt auf www.luftfahrtbundesamt.de. Darüber hinaus gibt es Informationen über die Rechte von Fluggästen etwa bei verspäteten, überbuchten oder gestrichenen Flügen.
Reiserecht
Die Webseite www.adac.de informiert ausführlich über Fragen zum Thema Reiserecht. Darüber hinaus findet man Tipps, wie Reisemängel richtig angezeigt werden. Der Service ist kostenfrei.
Günstige Ticketpreise
www.swoodoo.de ist eine unabhängige und kostenlose Suchmaschine, die dabei hilft, für eine bestimmte Flugverbindung das billigste Ticket zu finden. Im Programm: rund 500 Fluggesellschaften.
Urlaubswetter
Experten des Hamburger Reisemagazins „Urlaub Perfekt“ haben die Internetseiten von acht Wetter-Onlineportalen getestet, ver-glichen und bewertet. Gewinner: www.wetter.de.
Routenplaner
Google bietet die Möglichkeit, sich jeden Ort der Welt über Satellitenbilder aus der Vogelperspektive auch mit 360-Grad-Rundumblick anzuschauen und sich individuelle Routen erstellen zu lassen. maps.google.de.
Reise-Statistik
Deutschland ist erneut mit einem Marktanteil von einem Drittel aller Urlaubsreisen das beliebteste Reiseziel der Deutschen. Ein weiteres Drittel reist ans Mittelmeer, besonders nach Spanien und in die Türkei. Es gibt einen Trend zu Kurzreisen. Berlin, Hamburg und München sind besonders beliebte Städteziele. Kreuzfahrten werden beliebter (2009: rund 1,6 Millionen Bundesbürger). Die Deutschen gaben 2010 durchschnittlich 861 Euro für Urlaubsreisen aus und waren im Schnitt durchschnittliche 13,2 Tage unterwegs. (Quelle: Welt Online)
Ans Meer oder in die Berge?
Diese Frage spaltet manchmal sogar Paare, wenn sie sich auf ein Urlaubsziel einigen wollen. Was aber macht beide Ziele so attraktiv? Sowohl das weite Meer als auch mächtige Berge machen uns glücklich, einen Urlaub lang und immer wieder. Wohltuend sind dort nicht nur Atmosphäre und Klima. Es ist vor allem die Schönheit der Natur, die uns beseelt, das jedenfalls meinen Experten: „Die wichtigste Dimension des Glücksgefühls im Urlaub sind beeindruckende Naturerlebnisse“, resümiert Wolfgang Isenberg in einer Tourismus-Studie. Wichtiger als Hotel und Restaurant, fügt er hinzu, sind „Meer-, See- oder Gipfelblick, die schöne Aussicht also“. Zudem haben Wissenschaftler, die die Natur und ihre Wirkung auf uns untersuchen, herausgefunden: Wir lieben die Landschaften, in denen wir uns sicher und geborgen fühlen. Dementsprechend soll es Menschen, die im Flachland aufgewachsen sind, häufig ans Meer mit seinen schier unendlichen Weiten ziehen. Und wer dagegen etwa im Süden Deutschlands groß geworden ist, wird eher felsige Höhen bevorzugen. „Diese Bindung ist immer auch ein Stück persönlicher Biografie“, sagt Umweltpsychologe Dr. Rudolf Günther. „Außerdem prägen uns auch schöne Urlaubserfahrungen aus der Kindheit.“ Andere wissenschaftliche Erkenntnisse erlauben weitere Schlüsse: Wir suchen instinktiv nach dem, was wir am nötigsten brauchen. Dabei können Landschaften – quasi als Symbole für unsere Lebensziele – unsere Stimmungen und Wünsche widerspiegeln. So suchen wir am Meer nach neuen Horizonten und sehnen uns nach Freiheit. Wir brauchen den unbegrenzten Blick auf das, was vor uns liegt. „Anders als in den Bergen ist diese Landschaft sozusagen ständig in Bewegung, in Veränderung“, sagt Günther. Aber auch die Berge passen gut in unsere Gefühlslandschaft. Denn sie vermitteln Geborgenheit, stellen aber zugleich eine Herausforderung dar. Täler verbreiten eine beschaulich-gemütliche Stimmung – zwischen mächtigen „Gebirgswächtern“ können wir uns sicher fühlen. Andererseits liegen vor uns die Gipfel, die wir erklimmen wollen – im Urlaub und, im übertragenen Sinn, auch in unserem Alltagsleben. Wenn der Berg ruft, könnte die Botschaft lauten: Der Weg ist das Ziel. Den Gipfel zu erreichen, ist jedenfalls Ansporn genug. Übrigens scheinen wir häufiger das Meer zu bevorzugen, weil der Mensch dort in „seinem“ Element ist. Die magische Anziehungskraft ließe sich damit erklären, dass alles Leben dem feuchten Element entsprang. Und nicht zuletzt hatten wir ja alle eine vorgeburtliche Begegnung mit dem Fruchtwasser der Mutter.
„Das Reisen führt uns zu uns zurück.“ - Albert Camus -
Was soll ins Handgepäck?
Grundsätzlich sollten alle wichtigen und kostbaren Dinge ins Handgepäck, falls der Koffer verloren geht. Flüssigkeiten im Handgepäck sind nur in Behältern bis maximal 100 Milliliter erlaubt. Dazu zählen auch Gels, Cremes, Sprays und Zahnpasta. Zusammen müssen alle Gefäße in einen wiederverschließbaren, durchsichtigen Plastikbeutel mit einem Liter Fassungsvermögen passen. Babynahrung und Medikamente dürfen Fluggäste auch in größeren Mengen dabei haben. Für Medikamente wird ein Attest benötigt.
Tipps gegen Flugangst
Vorne sitzen: Die Sitze bis hin zur Tragflächenmitte sind dem Deutschen Flugangst-Zentrum (DFAZ) in Düsseldorf zufolge die ruhigsten.
Homöopathische Medikamente helfen, weil sie keine Nebenwirkungen verursachen. Wegen der trockenen Luft an Bord viel trinken – am besten stilles Wasser oder Saft.
Locker machen und ruhig atmen: gleichmäßig durch die Nase ein und durch den Mund doppelt so lange aus.
Bewegung statt verkrampfen: Tanzschritte im Sitzen üben.



