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Ein Leben mit Demenz

 

Es ist eine erschreckende Prognose: Bis zum Jahr 2030 rechnen Experten mit 2,5 Millionen Demenzkranken in Deutschland. Bereits heute sind über eine Million Menschen von der psychischen Alterserkrankung betroffen. Mit der Diagnose kommen nicht nur auf die Betroffenen, sondern auch auf die Angehörigen hohe Anforderungen zu. „Viele pflegen und betreuen ihre Familienangehörigen aufopferungsvoll, ohne dabei die eigenen Grenzen zu beachten. Aufgrund der emotionalen Belastung werden sie häufig selbst krank“, so die Erfahrung von Bettina Tews-Harms. Sie gründete vor 16 Jahren die Ambulante Krankenpflege Bettina Harms. Der Pflegedienst hat sich inzwischen zum Pflegeunternehmen entwickelt und steht beispielhaft für Unterstützungs- und Entlastungsmöglichkeiten bei Demenz. Angeboten werden zahlreiche Leistungen für demenziell erkrankte Menschen und deren Angehörige: zwei Tagespflege-Einrichtungen, umfangreiche Beratungsangebote von ausgebildeten Fachkräften sowie regelmäßige Pflegekurse. So wird der Pflegekurs „Alzheimer/Demenz“ beispielsweise von einer gerontopsychiatrischen Fachkraft der Ambulanten Krankenpflege geleitet. Er ist für alle Teilnehmer kostenfrei.

Als sehr erfolgreich hat sich zudem die Validationsmethode erwiesen. Validieren setzt eine bestimmte Haltung in der Kommunikation mit dem erkrankten Menschen voraus. Die Realität des Betroffenen wird angenommen, seine Gefühle und Verhaltensweisen werden wertgeschätzt. „Selbst ungewöhnliche Reaktionen lassen sich als Stärke oder aktive Äußerung erfahren, indem vor allem auch die gesunden Anteile der Reaktion wahrgenommen werden“, so Dipl.-Sozialarbeiterin Karolin Weiner. „Im Umgang mit demenzkranken Menschen ist es wichtig, sie als Person mit Ressourcen wahrzunehmen. Eine ganze Reihe von Fähigkeiten bleibt häufig noch lange erhalten. Dazu gehören lang geübte Tätigkeiten oder Gewohnheiten, ein Gefühl für Stimmungen und Atmosphäre, körperliche Mobilität und die Fähigkeit, Gefühle auszudrücken.“ Pflegekurse und Schulungen finden im ersten Halbjahr zu folgenden Themen statt: Alzheimer/Demenz (2. Mai) sowie Sterbegeleitung (1. Juni). Nähere Informationen unter Telefon 0 53 61/2 75 96 57.