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Vier Stockwerke abwärts ... in fünf Wochen


Hoch über den Dächern von Detmerode freut sich Torsten Beith in 30 Metern Höhe über den Fortschritt der Abbrucharbeiten. „Wir sind bald fertig“, erzählt der Schachtmeister, der die Arbeiten im Auftrag der NEULAND leitet. Schon vier Stockwerke sind abgetragen. Seit März lassen die Männer Etage für Etage abwärts hinter sich. Mini-Bagger, Meißel, Container wurden dafür in die Höhe gezogen.
Im Moment ist das Haus 39 „dran“. Die Bauarbeiter kennen keine Höhenangst. Unzählige Löcher in der Decke erlauben den Blick in die darunter liegenden Wohnungen. Nur die Baugerüste an der 39 und den benachbarten Häusern bieten Schutz vor einem Absturz.
„Wir müssen gut aufpassen, damit wir nicht ins Leere treten“, gibt Beith zu, „auch wenn die Gebäude komplett eingerüstet sind“. Im Führerhaus eines Schaufelladers setzt sich ein Bauarbeiter die Sonnenbrille auf und legt mit ernster Miene den Vorwärtsgang ein. Mit Hilfe seiner Schaufel knabbert er Stück für Stück die vor ihm stehende Wand ab, während seine Kollegen den Schuttberg umgehend in einen Container laden.
„In fünf Wochen sind es schon vier Stockwerke“, stellt Alexander Faul fest. Er ist Bauleiter des NEULAND-Projektes. Von den zehn Etagen des Hauses 39 stehen nur noch sechs und jetzt geht es in die Breite. Die Abbrucharbeiten werden auf die anliegenden Gebäudeteile ausgeweitet. „Der Rückbau in der Ebene geht etwas schneller, da wir mehr Platz für das Gerät haben“, erläutert Faul.
Konzentriert sieht Sven Gerke in den Himmel. In der schwindelerregenden Höhe von 35 Metern balanciert er mit seinem Kran den Baucontainer von der Abbruchstelle. „Der Wind ist das Schwierigste. Da muss man ganz schön gegensteuern.“ Mehrere Fuhren Geröll transportiert der Kranführer auf diese Weise abwärts. Für ihn ist die „Burg“ der erste Rückbau dieser Art.
Nicht nur beim Abreißen, Steineschleppen und Kranlenken beweisen die Bauarbeiter Kraft und Ausdauer: Zu Fuß in die zehnte Etage und das jeden Morgen – so war es noch im März. Aber auch die verbleibenden sechs Stockwerke gehen ihnen in die Beine. Deshalb bleiben sie den ganzen Tag oben. „Mittag gibt es im Pausencontainer. Und selbst eine Toilette haben wir hier oben“, erzählt Faul und zeigt auf das rosafarbene Blechhäuschen.
Von der regen Bautätigkeit auf der Hochhaus-Baustelle bekommen auch die Mieter natürlich einiges mit.
„Wir wissen, dass die Mieter und Anwohner viel Geduld aufbringen müssen. Aber wir haben uns bereits bei der Planung des Vorhabens für erträgliche Möglichkeiten des Abrisses entschieden und wir tun auch jetzt alles, um die Lärm- und Staubbelästigung so gering wie möglich zu halten“, versichert Kerstin Mallwitz, NEULAND-Geschäftsführerin.
Bewusst hat sich die NEULAND gegen die Abrissbirne und für den geräuscharmen Einsatz von Mini-Baggern beim Rückbau entschieden. Um der Staubentwicklung entgegen zu wirken, wässern die Abbruchmannschaften das Mauerwerk permanent. Selbst die Stahlbetontrümmer werden während des Abtransportes von der Baustelle feucht gehalten.
Die 12-jährige Saskia aus dem Nachbarhaus liegt bequem auf einem Handtuch auf der Wiese, genießt die ersten Sonnenstrahlen und beobachtet das Geschehen auf der Baustelle.



