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„Der Überlebenswille rührte uns“

 

Sie war so klein, dass sie auf einer Hand liegen konnte. Aber wie kläglich sie miaute, das ging durch Mark und Bein. Im August 2008 wurde die kohlschwarze Katze im Tierheim abgegeben. Schwer verletzt, gefunden an der A 39. Drei Brüche an beiden Hinterbeinen. Die Operation sollte stolze 800 Euro kosten. Aber die Tierpfleger entschieden: Wir machen das. Notfalls auf eigene Kosten. „Sie muss sich irgendwo hingeschleppt haben, damit man sie findet. Dieser Überlebenswille – zu sagen: Ich lege mich jetzt nicht hin und sterbe. Und wie zutraulich und guter Dinge sie war, das rührte uns“, erzählt Ingrid Schade. Eine Plakat- und Spendenaktion brachte dann das Geld zusammen. Die Katze wurde von den Spendern  „Happy“ getauft. Inzwischen hat sie ein neues Zuhause.

„Happy“ gab vor zwei Jahren den Anstoß, einen besonderen Verein zu gründen: den Verein für vernachlässigte und gefährdete Haustiere. „Das Tierheim kann sich nicht um alles kümmern. Unser Ziel ist, die Arbeit finanziell zu unterstützen, aber auch Aufgaben zu erledigen, die außerhalb des Handlungsbereiches liegen“, berichtet Ingrid Schade,  die stellvertretende Vereinsvorsitzende.

Dank Spenden gelang es zum Beispiel, rund 350 streunende Katzen zu kastrieren, zu impfen und wenn nötig gesund zu pflegen. Viele von ihnen wurden anschließend  durchs Tierheim vermittelt. Weitere Aufgaben sind die Information über artgerechte Haltung und Tierschutz, die Veröffentlichung von Fotos zugelaufener Tiere sowie Hilfe, wenn das Tierheim Arztkosten nicht aus seinem Etat decken kann. Auf einer Webseite wird regelmäßig über Erfolge berichtet. Zum Beispiel über die Bullterrierhündin Frida. Das ausgesetzte, völlig abgemagerte Tier hatte Probleme mit den Hinterläufen. Spenden ermöglichten eine spezielle Therapie, die den Bewegungsapparat stabilisierte. Ingrid Schade zeigt auf ihrem Handy ein Video, in dem Frida nun mit einem Katzenbaby kuschelt. „Sie hat wohl Muttergefühle entdeckt. Selbst wenn die Katze ihr auf die Nase haut, lässt sie sich nicht stören.“ Auch dem angefahrenen, verängstigten Schäferhund Henry wurde geholfen. Er wurde zur Physiotherapie, zur Elektrotherapie und zum Aquatraining geschickt. Fotos zeigen: Er ist wieder rasant unterwegs.

Wer für weitere Erfolge sorgen möchte, durch Spenden oder Mitarbeit, erhält nähere Informationen unter www.tierhilfe-wolfsburg.de – oder bei Ingrid Schade, Telefon 0151/11 02 15 08.