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Kreativ: Kinder verschönern ihre Schule




Die Bestandsaufnahme ist nicht sehr schmeichelhaft: „Das ist die schlechteste, ödeste Pausenhalle“, sagt eine Drittklässlerin. Eine Viertklässlerin ergänzt: „Die Pflanzen sind gar nicht gegossen. Manche Blätter sind abgefallen und liegen herum. Unter einigen Tischen kleben Kaugummis.“ Was ihr gefällt? Nur das Terrarium mit den Bartagamen Jojo und Chico, der Kiosk und die weiße Wand: „Denn alle anderen Wände sind grau.“ So kann’s zugehen, wenn Grundschüler die Aufenthaltsqualität in ihrer Schule beurteilen – und überlegen, wie sie besser werden könnte.
„Schule baut“ heißt der Ideenwettbewerb der Stadt Wolfsburg. Zehn Grundschulen mit rund 150 Schülern nehmen seit Februar daran teil. Ihre Aufgabe: „Entwickelt eine Bauidee für euer Schulgebäude oder den Schulhof.“ Kostenrahmen: bis 10.000 Euro. Alle Ideen werden am 10. Juni einer Jury präsentiert. Das Projekt, das am besten ankommt, wird anschließend umgesetzt.
„Wir wollen nicht Kinder zu Architekten machen“, so Projektleiterin Nicole Froberg (Forum Architektur). „Uns ist wichtig, ihre Augen für das eigene Umfeld zu öffnen. Sie sollen erleben, dass gute Ideen dazu beitragen, die eigene Umgebung positiv zu verändern.“ Eine wichtige Rolle spiele dabei der Weg dahin.
Insgesamt elfmal wird an den Schulen mit Ganztagesangebot bei einer AG geplant und diskutiert. Los ging es mit einer Bewegungsanalyse: „Welcher Ort, an dem ihr wart, gefällt euch gar nicht und warum?“ Beim zweiten Treffen entschieden sich die Schüler für einen Ort, den sie verschönern möchten. Anschließend wurde in Kreativ-Workshops mit Schuhkartons gebastelt, es wurden Geschichten verfasst – und die Kinder machten sich Gedanken über geeignete Möblierung, schmückende Kunst oder effektvolle Begrünung.
Konkrete Bedürfnisse zu formulieren, das ist ein Ziel der Aktion. Aber es geht auch um die Erfahrung, dass nicht alles umsetzbar ist. Jede Gruppe wird deshalb von einem Paten-Architekten begleitet, der motiviert, Anregungen gibt und schaut, was zu welchen Kosten realisierbar wäre.
Irina Kierst von der NEULAND ist Paten-Architektin der Leonardo-da-Vinci-Schule. Wunsch dort ist, die Pausenhalle zu verschönern. Tolle Ideen wurden bereits entwickelt: zum Beispiel eine als Labyrinth gestaltete Leseecke mit Duftkerzen, weichen Wänden, kleinen Höhlen, Musik und Massage. „Die Diskussion ist sehr lebhaft. Die Fantasiewelt der Kinder beeindruckt mich immer wieder – wie viele Ideen sie entwickeln, wenn man sie erzählen lässt“, so Irina Kierst.
Ab dem 12. Juni werden die Projekte aller Schulen im Rathaus A präsentiert.



