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„Das ist unser Puschenkino“

 

Lächelnd sagt Gisela Fricke: „Wir können auch in Pantoffeln hierher gehen, das ist unser Puschenkino.“ Genauso wie Hildegard und Albert Neumann wohnt die Seniorin direkt über dem neuen Aktiv-Treff. Und so beleben die drei fast täglich die fröhlichen Runden. „Wir spielen und frühstücken zusammen, grillen und schnattern ein bisschen - was die eine und die andere kocht, was es Neues gibt und auch über Krankheiten wird viel gesprochen“, berichtet Hildegard Neumann. Was ihr gut gefalle, so die 80-Jährige, sei die Ungezwungenheit des Treffs: „Man kommt, wenn man Lust hat.“  

Ende 2008 wurde der Aktiv-Treff ins Leben gerufen - in einer umgebauten Wohnung im Erdgeschoss der Schulenburgallee 40. In Kooperation mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband lädt die NEULAND seitdem Senioren aus der Tiergartenbreite ein, gemeinsam mit Nachbarn und Anwohnern die Freizeit zu gestalten. Das Programm wird von der Gruppe gemeinsam mit Leiterin Astrid König-Müller (Parität) geplant.

Regelmäßig dabei ist zum Beispiel Ursula Hartwig. „Durch eine Hüft-OP hatte ich mindestens sechs Jahre Leerlauf. Ich konnte nichts mehr unternehmen, vieles ist abgebrochen. Ich wollte wieder neue Kontakte aufnehmen“, erzählt sie. „Da ich gleich im Nachbarhaus wohne, dachte ich: Versuch’s doch mal.“ Mit der Gemeinschaft ist sie nun sehr zufrieden: „Es ist nicht so ein großer Kreis. Wenn zu viele da sind, verliert es sich. Hier kann man über alles reden, wir gehen freundlich miteinander um und die ganze Woche offen hat selten ein Verein.“ Auch Marlis Häbler und Hildegard Pytlik hatten sich nach dem Tod ihrer Lebenspartner oft alleine gefühlt: „Die Kinder sind aus dem Haus. Entweder bleibt man oben oder man rutscht ab“, so Hildegard Pytlik. Sie wollte „raus aus dem alten Trott“. „Man denkt sich: ‚Du musst mal was unternehmen’“, ergänzt Marlis Häbler. „Man weiß bloß nicht, wo.“ Dass es nun einen Treffpunkt in der Nachbarschaft gebe, sei deshalb sehr positiv: „Donnerstagnachmittags lernen wir immer neue Gesellschaftsspiele wie Tridom oder Rummikub kennen. In unserem Alter noch zu lernen, das ist sehr lustig. Wir lachen immer viel.“ Dass die Stimmung gut ist, dafür sorgt auch Astrid König-Müller: „Ich gehe ja zur Arbeit, um zu lachen. Zu Hause habe ich nichts zu lachen mit drei Männern“, schmunzelt sie.

Geöffnet hat der Aktiv-Treff dienstags (18 bis 21 Uhr), mittwochs (13 bis 16 Uhr) und donnerstags (14 bis 17 Uhr). Freitagmorgen wird alle 14 Tage zusammen gefrühstückt. Seit kurzem steht nun auch ein kleiner Garten zur Verfügung. „Wir werden nun alle Pflanzen mitbringen und dann ihr Wachstum beobachten“, erzählt Hildegard Neumann. Wenn sie sich so gut entwickeln wie der Treff, dann werden sie bald schön blühen.