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„Image absolut aufpoliert“

weltraum: Warum sind Sie nach Wolfsburg gezogen?
Zechendorf: Bis 1999 habe ich schon hier gelebt. Dann bin ich in Köln heimisch geworden. Da habe ich BWL mit Schwerpunkt Unternehmensführung studiert - und begleitend Wirtschaftspsychologie. Ich interessiere mich auch für Geschichte und Kunst. So habe ich meine Diplomarbeit über Kulturmanagement geschrieben: über eine zeitgemäße Vermarktung des Museums Ludwig für Moderne Kunst. Nach dem Diplom war ich dann Personalreferent bei einer kleinen Personalberatungsfirma. In Wolfsburg bot sich nun die Möglichkeit, mich beruflich weiterzuentwickeln. Seit Januar arbeite ich als Controller und Personalreferent bei der Wolfsburg Marketing GmbH.
weltraum: Wie ist es, wieder hier zu sein?
Zechendorf: Ich kenne ja noch das alte Wolfsburg mit Hertie und Kaufhalle. Nun gibt es die Weltstadtarchitektur des Phaeno, das DOW und den Allerpark mit Wasserskianlage, Hochseilgarten, EisArena, neuem BadeLand und einem super Beachclub und die Porschestraße wirkt durch den Umbau viel frischer und moderner. Ich bin ein großer Fan der Autostadt und des Kunstmuseums und langjähriges Mitglied des Kunstvereins. Hier wurde wirklich verdammt viel gemacht. Die haben das Image absolut aufpoliert.
weltraum: Was fehlt Ihnen in Wolfsburg?
Zechendorf: Ich höre gern klassische Musik. Das fehlt mir hier ein bisschen. In Köln gab es zum Beispiel regelmäßig Kantatengottesdienste. Was mir auch fehlt, sind Ausstellungen mit klassischer Kunst. Bedauert habe ich, dass das Atelier Pohl nicht mehr da ist. Galerien und alternative Künstlerateliers, das kommt mir hier zu kurz. Schade ist auch, dass Haerder und Großkopf geschlossen haben, wobei die City-Galerie dafür sehr abwechslungsreiche Geschäfte bietet. Leider gibt es aber auch ein paar Ecken, die anscheinend nicht belebt werden können. Da sind die Wolfsburger wohl manchmal zu bequem, die Geschäfte in den Seitenstraßen zu erkunden. Und was ich natürlich vermisse, ist die Kölner Kneipenkultur und dass die City nach Geschäftsschluss lebt. Abends ist häufig eher nicht so viel los, außer in der Bar Celona und im Sausalitos.
weltraum: Was machen Sie in Ihrer Freizeit?
Zechendorf: Am Wochenende bin ich gern unterwegs: in Berlin, Hannover, auch mal in Köln. Meine Lieblingsstädte sind Paris und London, wo ich ein halbes Jahr studiert habe. Ich bin aktives Mitglied beim Bund für deutsche Schrift und Sprache, habe einen guten Draht zur Christuskirche, koche gern mit Freunden und bin oft in der Espressobar Superleggera, im Atelier-Café und im SFC: Ausdauertraining, Saunieren, Yoga, Gewichte stemmen. Und alle 14 Tage probiere ich mit Freunden ein neues Restaurant aus. Sehr gut finde ich zum Beispiel das Chardonnay, das Per Voi und die Trattoria Incontri. Die Pizza dort, das ist der absolute Wahnsinn.



