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Zuwendung und Geborgenheit

An Demenz Erkrankte leben oft in verschiedenen Welten: „Morgens können sie das Kind sein, das zur Schule will, mittags die Hausfrau, die kochen muss. Häufig haben sie auch einen inneren Drang wegzumüssen, um etwas zu erledigen“, berichtet Gerda Kamphaus vom Senioren-Servicebüro der Stadt. Zuwendung erhalten, sich geborgen und sicher fühlen: Das sei Menschen mit Demenz besonders wichtig, so die Erfahrung von Alette Polan, stellvertretende Vorsitzende des Vereins AltersVision. In der ersten Demenz-WG Wolfsburgs stehen all diese Bedürfnisse im Mittelpunkt.
„NEUES LAND“ heißt die ambulant betreute WG in der John-F.-Kennedy-Allee 39. Bis zu zehn Senioren werden hier zusammenleben. „Wir tun nicht so als ob, sondern die WG ist gelebter Alltag in der Gemeinschaft. Mahlzeiten zubereiten, Zeitungsrunde, spazieren gehen, Dekoration gestalten: Wir machen viele Angebote und versuchen das, was jemand noch kann, zu fördern“, erläutert Karolin Weiner von der Ambulanten Krankenpflege Bettina Harms. Zwei Pflegekräfte geben Orientierung, jedoch ohne starre Strukturen.
Im März sind die ersten Bewohner eingezogen. Jeder von ihnen hat einen separaten Wohnbereich. Die große Wohn-küche und drei Gemeinschaftsräume werden gemeinsam genutzt. Dort stehen zum Beispiel auch eine Spieluhr, eine Nähmaschine und eine Schreibmaschine. Im Flur mit Handläufen hängen Landschaftsgemälde. Eines der Badezimmer ist als Nostalgiebad im Stil der 30er- / 40er-Jahre ausgestattet. So soll die barrierearme Umgebung mit speziellem Farb- und Lichtkonzept -Erinnerungen und Gelerntes reaktivieren. Angehörige und Freunde sind in der WG jederzeit willkommen.
Rund 2.000 an Demenz Erkrankte gebe es in Wolfsburg, schätzt Alette Polan. 90 Prozent von ihnen werden zu Hause gepflegt. Für die Pflegenden sei dies häufig eine enorme Belastung, ein Vollzeitjob. „Einige Angehörige entschieden sich nun für die Demenz-WG, weil sie sagten: ‚Es ist das Beste für unsere Oma.‘ Es geht auch darum, sie optimal anzusprechen. Hier ist 24 Stunden lang jemand da. Die Bewohner sind mit anderen zusammen und emotional gut aufgehoben. Es ist ein würdevolles Leben in häuslicher Atmosphäre.“ Anmeldungen und weitere Informationen bei Alette Polan, Telefon 0 53 61/29 82 15.



