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Von jungen Kickern und alten Knackern

 

Den nächsten Urlaub werde ich in einem India-ner-reservat verbringen, um in die Kunst des Regentanzes eingeführt zu werden. Denn seit wieder Frühling herrscht, scheint die Wiese vor meinem Haus zum inoffiziellen Fußballplatz der Straße erklärt worden zu sein. Wäre es doch nur wieder Herbst! Ausgerechnet immer, wenn ich mein Mittagsschläfchen halten möchte, geht es los. „Eckball!“ ertönt es dann oder auch „Foul!“ – und es gibt mehr „Olé“-Rufe als in einer spanischen Stierkampfarena. Die Eltern dieser Rotznasen scheint das nicht zu stören. Sie wohnen ja ein paar Häuser weiter. Ganz schlimm wurde es, als mein Enkel Florian den Torwart gab. Er spielt seit Kurzem sogar als „Minikicker“ in einem Verein. Selbst der tolle iPod, mit dem ich ihn bestechen wollte, schien Florian nicht zu reizen. Also gab ich auf und kaufte Ohrenstöpsel. Den ganzen letzten Sommer bolzte er vor meinem Wohnzimmerfenster auf dem Rasen. Vor ein paar Wochen bekam er von seinem Verein eine Auszeichnung verliehen, als bester Spieler seines Jahrgangs. Seitdem laufe ich nur noch mit stolz geschwellter Brust herum. Denn ein wenig verdankt er diese Auszeichnung ja auch mir ... und meinem Rasen, natürlich.