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Detmerode: Peter Lohmeyer drehte im NEULAND-Stufenhochhaus
München, 5. September 1972: Morgens um vier klettern acht palästinensische Terroristen über den Zaun des Olympischen Dorfes. Mit Sturmgewehren bewaffnet, nehmen sie elf israelische Athleten als Geiseln. Sie fordern die Freilassung von 232 Palästinensern. Der Tag endet in einer Katastrophe. 17 Menschen kommen ums Leben. Im Doku-Drama „Vom Traum zum Terror: Olympia München 1972“ wird
nun das Geschehen noch einmal rekonstruiert. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Stufenhochhaus. Es sieht aus wie das Olympische Dorf. So wurden im August rund 40 Prozent der nachgestellten Szenen in Detmerode gedreht.
Zwei Jahre recherchierten Marc Brasse und Florian Huber (Spiegel TV). NDR und WDR beauftragten sie nun mit der Produktion. „Wir wollen nicht zum hundertsten Mal eine Anklagegeschichte machen und die Fehler des Befreiungsversuches
auflisten“, so Marc Brasse. „Unser Ziel ist, zentrale Beteiligte erzählen zu lassen.“ Besonders berührte ihn das Interview mit dem damaligen Innenminister Hans-Dietrich Genscher. Er hatte sich als Austauschgeisel angeboten. „Wie emotional angegriffen er heute noch von der Situation ist, das war bemerkenswert. Er bezeichnete sie als Tiefpunkt seiner politischen Laufbahn.“ So einen Moment könnte man spielerisch nicht herstellen, sagt Michael Brandner, der im Film Genscher verkörpert.
Die Spielszenen seien deshalb nur beigeordnet. „Was und wie erzählt wird, ist an Dramatik nicht zu überbieten.“ Ihm ging besonders das Interview mit dem Piloten nahe, der die Geiseln und Terroristen zum Flugplatz Fürstenfeldbruck flog und
dann auf dem Rollfeld die stundenlange Schießerei erlebte. „Er ist bis heute
komplett traumatisiert.“
Zu Wort kommt neben Sportlern, Funktionären, Politikern und Polizisten auch Walther Tröger, der Bürgermeister des Olympischen Dorfes. Ihn stellt Peter Lohmeyer dar. „Als es passierte, war ich zehn Jahre alt. Mein politisches Bewusstsein war nicht sehr ausgeprägt“, erzählt er. „Aber was ich spürte, war, dass
der Staat gescheitert ist.“ Ihm gehe es nicht darum, den Charakter 1:1 abzubilden. „Bei jeder Darstellung ist 50 Prozent Lohmeyer dabei.“ Nach einem Tag war für ihn der Wolfsburg-Dreh erledigt. Abends probte er bereits in der Berliner Volksbühne
„Rosmersholm“ von Henrik Ibsen. Theater ist derzeit sein Arbeitsschwerpunkt.
„Im Kino werde ich demnächst nur kurz als Richter Thatcher in Huck Finn auftauchen.“ Das Doku-Drama wird im Sommer 2012 in der ARD zu sehen sein.



