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Erfolgserlebnisse im Alltag

Es ist ein besonderes Erfolgserlebnis: „Ich habe gerade gelernt, meinen Badeanzug mit der Hand zu waschen“, erzählt Britta (27). Auch in den letzten Wochen gab es wichtige Alltagsübungen: Wie saugt man Staub? Wie räumt man den Kühlschrank am besten ein? Wie bezieht man das Bett? Britta nimmt zusammen mit Lars (27), Daniel (28) und Benjamin (27) an einem besonderen Projekt in Trägerschaft der Familienbildungsstätte teil: einer zweijährigen Wohnschule. Die vier bereiten sich darauf vor, selbstständig zu leben.
Der Anstoß kam von den Eltern. Sie wandten sich an Gudrun Kneiske-Spitzer, die Behindertenbeauftragte der Stadt – um mit ihr Perspektiven jenseits der Heime zu besprechen. Kooperationspartner der Wohnschule sind nun auch das CJD Wolfsburg und die NEULAND, die zu günstigen Konditionen eine Vierzimmer-
wohnung bereitstellte. Hier steht – nach einer theoretischen Heranführung – die Praxis im Vordergrund. „Im ersten Jahr ging es darum, sich besser kennenzulernen. Was macht mich aus? Wie möchte ich leben? Was möchte ich besser können?“, berichtet Leiterin Uta Wolzien. Im zweiten Jahr treffen sich die vier, die alle einen Beruf und somit einen strukturierten Tagesablauf haben, nun in der Wohnung – drei Stunden pro Woche.
„Nach der Begrüßung erzählen wir erstmal, wie es uns geht und was wir in der Woche erlebt haben. Dann gibt es neue Aufgaben und am Schluss kochen wir zusammen. Nach und nach entsteht ein kleines Kochbuch“, erzählt Daniel. Lars geht derweil mit Uta Wolzien durch die Wohnung und überlegt, was noch fehlt. Bei den nächsten Treffen werden dann in Rollenspielen auch Behördengänge geübt – mit dem Ziel, selbstbewusst aufzutreten und sich bemerkbar zu machen. „Neulich haben wir auch besprochen, wie man vorgeht, wenn man eine Mahnung bekommt“, berichtet Britta. Ab 2011 wird erstmals in der Wohnung übernachtet.
Britta indes wohnt inzwischen bereits allein, im Haushalt unterstützt von ihrer Mutter: „Es ist total toll. Dass nicht jemand sagt: ‚Geh mal ins Bett‘ – oder dass man in Ruhe mit Wolldecke vor dem Fernseher dösen kann.“ Durch die Wohnschule hat sie nun auch neue Freunde.



