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Psychische Erkrankungen

 

Die Zahlen überraschten viele: Fast jeder dritte Deutsche leidet einmal im Leben an einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung. Fast zehn Prozent der Fehltage bei Berufstätigen gehen auf Erkrankungen der Psyche zurück. Umso wichtiger ist es, den Zugang zu Hilfsangeboten nicht durch Barrieren oder Vorurteile zu verbauen. Über Prävention und Therapie informierten Anfang Oktober die dritten Niedersächsischen Aktionstage für seelische Gesundheit: mit Tagen der offenen Tür, Podiumsdiskussionen, Theatervorstellungen und Workshops.

„Noch immer wird über psychische Erkrankungen nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen: über Persönlichkeitsstörungen, Depressionen, Psychosen, Angst- und Zwangserkrankungen oder Suchterkrankungen. Doch Prognosen sagen: 2020 werden psychische Störungen weltweit an zweiter Stelle aller Erkrankungen stehen“, sagte Dr. Peter Wüst (Referat Psychiatrie des Niedersächsischen Gesundheitsministeriums) bei der Auftaktveranstaltung im Phaeno.

In Wolfsburg klappt die Zusammenarbeit der Hilfsangebote hervorragend. Insgesamt 46 Einrichtungen und Institutionen sind im Sozialpsychiatrischen Verbund vernetzt: „Kontaktstellen, Facharztpraxen, Suchtberatungsstellen, aber zum Beispiel auch die NEULAND. In Detmerode wird derzeit ein innovatives Wohnkonzept für psychisch kranke Ältere umgesetzt“, berichtete Dr. Volker Heimeshoff, Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes.  

Bundesweit klärt das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit darüber auf, dass psychische Störungen therapierbare und gerade bei frühzeitiger Behandlung auch sehr gut heilbare Erkrankungen sind. „Unser Ziel muss eine Gesellschaft sein, die offen und tolerant mit psychischen Erkrankungen umgeht“, so der Vorsitzende Prof. Wolfgang Gaebel. Informiert wird auf der Webseite www.seelischegesundheit.net. Der Sozialpsychiatrische Dienst Wolfsburg ist unter Telefon 05361/28 20 40 zu erreichen.